Konstanz-Keeper Simon Tölke vor Hinspiel der Relegation:
Handball

Konstanz-Keeper Simon Tölke vor Hinspiel der Relegation:

„Kirsche auf der Sahne und Aufstieg fehlen noch“

Am Samstag, 19.30 Uhr, steigt der erste große Showdown für Drittliga-Meister HSG Konstanz. Im Hinspiel der Relegation um den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga muss die HSG beim Ex-Erstligisten ThSV Eisenach antreten. Eine Woche später, am 18. Mai um 20 Uhr, steigt das alles entscheidende Rückspiel in der Konstanzer „Schänzle-Hölle“. Der nach dem Europapokal-Modus ermittelte Gesamtsieger steigt in die „stärkste zweite Liga der Welt“ auf, der Verlierer bekommt am 25. Mai und 1. Juni eine zweite Chance auf die Rückkehr ins Bundesliga Unterhaus. Tickets für das Heimspiel der HSG sind über www.hsgkonstanz.de/tickets im Online-Vorverkauf erhältlich. Plätze im Fanbus über Christian Riether unter Tel.: 0177/6510009.

 

Im Gespräch mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas gibt Torwart Simon Tölke einen Einblick in die Anspannung vor der Entscheidung, die Favoritenrolle, die Stärken des Gegners und das größte Spiel seiner Karriere. Der 26-jährige, 1,89 Meter große gebürtige Reutlinger kam vor der Saison vom TV Neuhausen/Erms an den Bodensee und absolviert an der mit der HSG kooperierenden HTWG ein Masterstudium in Unternehmensführung.

 

Simon, was weißt Du über Martin Luther, Johann Sebastian Bach, die Wartburg…

(schmunzelt) Ich weiß, dass das alles in Verbindung mit der Stadt Eisenach steht. Vor allem aber kenne ich den ThSV. Ein traditionsreicher Club mit langer Geschichte in erster und zweiter Bundesliga. Großer Fanbase und euphorischer Halle. In den nächsten Wochen werde ich in der Analyse mit dem Trainer noch einiges mehr erfahren. (lächelt)

 

Du hast die Osterpause anscheinend gut genutzt und konntest nach Deiner Augenverletzung ein überzeugendes Comeback mit 14 Paraden feiern.

Die Tage mit Sportverbot waren schon zäh, obwohl es nur zwei Spiele waren, in denen ich aussetzen musste. In bin froh, dass ich schon gegen Oppenweiler wieder mitwirken konnte. Es war wichtig, zweimal zu spielen. Ich bin wieder beschwerdefrei und die Netzhaut hat zum Glück keinen Schaden genommen. Ich bin bereit, topfit und heiß auf die Aufstiegsspiele. Die letzten drei Trainingswochen waren gut und der Einstieg in Ordnung. Gegen Eisenach zählt es.

 

Das Handball-Fieber in Eisenach und Konstanz steigt. Ein Gefühl der Anspannung, der Vorfreude?

Man spürt die Zunahme der Intensität im Training. Die Spannung steigt und mit ihr die Intensität, vor allem aber die Freude auf die Aufgaben.

 

Stehen in der Relegation zur 2. Bundesliga die größten Spiele Deiner Karriere bevor?

Ein paar Jährchen bin ich ja schon dabei. Da gab es in der Jugend schon Begegnungen um die Deutsche Meisterschaft. Wenn man aber jetzt sieht, um was es geht, hatte ich dies in dieser Form noch nicht. Was die Bedeutung angeht, kann man sie sicher als die größten Spiele meiner Karriere sehen.

 

Was erwartet die HSG Konstanz am Samstag in Thüringen?

Eine Mannschaft, die mit einigen Hochkarätern besetzt ist. Mit starkem Rückraum, guten Außen und zwei sicheren Torhütern. Das Team ist international besetzt und sehr erfahren, teilweise sogar in der Bundesliga. Nichtsdestotrotz verfügen wir über andere Attribute, die wir dem entgegen setzen können. Wir wollen uns eine gute Ausgangslage für das Rückspiel verschaffen und uns nicht unter Wert verkaufen. Es ist vieles möglich – und zwar in beide Richtungen.

 

120 Minuten entscheiden über die Arbeit eines ganzen Jahres. In so komprimierter Zeit: Was wird den Ausschlag geben?

Die Tagesform beider Mannschaften an beiden Tagen. Durch die eine Woche zwischen Hin- und Rückspiel dazu die taktischen und spielerischen Anpassungen. Das Grundgerüst steht, aber die Rückschlüsse aus dem ersten Match werden wichtig. Genauso wie ein gutes Ergebnis in fremder Halle. Dafür haben wir unsere gute Defensive und das Tempospiel.

 

Wie sind die Chancen zwischen dem von vielen Seiten als großer Favorit gesehen ThSV Eisenach und der HSG verteilt?

Wir verspüren eine Herausforderung, keinen Druck. Jeder freut sich darauf. Wir sehen es als Chance, diese Spiele bestreiten zu dürfen. Möglicherweise ist der Druck in Eisenach etwas höher, aber auch wir wollen hoch. Uns ist allerdings bewusst, dass wir aus den guten Ergebnissen aus der letzten Saison (30:25 daheim und 30:20-Sieg in Eisenach, d. Red.) nichts ableiten können. So zu denken wäre fatal. Die Stimmen aus anderen Ligen und Teams besagen, dass hier die nominell besten Drittliga-Meister aufeinander treffen. Eine Prognose zu treffen ist aber extrem schwierig.

 

Kann das Rückspiel am 18. Mai in der „Schänzle-Hölle“ ein Vorteil sein?

Eisenach wird sagen, dass es nicht so schlecht sein kann, in eigener Halle vorlegen zu können. Allerdings ist daheim mit unseren frenetischen Fans im Rücken vieles möglich. Dafür wollen wir uns aber direkt eine gute Ausgangsposition schaffen. Es kommt daher immer auf die Perspektive an. Im Nachhinein weiß man mehr.

 

Was sind Deine Wünsche vor dem Showdown?

Ich freue mich einfach wahnsinnig auf diese Spiele. Unser Umfeld, unsere Fans, alle gemeinsam haben wir uns den Meistertitel geholt. Jetzt fehlen noch die Kirsche auf der Sahne und der Aufstieg. Die Freude überstrahlt die Bedeutung. Ich wünsche mir, dass uns viele Fans begleiten, unsere Halle aus allen Nähten platzt und wir ein Handball-Fest zusammen feiern. Außerdem, dass wir dieselbe Unterstützung wie in der ganzen Saison erfahren und die Fans genauso viel Freude an unserem Sport und diesen zwei Spielen haben wie wir.

 

Die HSG Konstanz kehrt in die 2. Bundesliga zurück, weil…

… wir es uns über die Saison verdient haben und wir alle fest an unsere Stärken glauben. Ich bin überzeugt davon, dass wir hochgehen – egal in welcher Runde.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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