Konstanz-Keeper Moritz Ebert fährt zur Herren-Beachhandball-EM:
Handball

Konstanz-Keeper Moritz Ebert fährt zur Herren-Beachhandball-EM:

„Immer Gänsehaut bei der Nationalhymne“

Immer noch sind die Bilder präsent, als Moritz Ebert im vergangenen Sommer sich nach der entscheidenden Parade den Ball griff und wie wild mit weit ausgebreiteten Armen und entfesselten Jubelschreiben über das ganze Spielfeld stürmte. Der talentierte Keeper der HSG Konstanz war in diesem Moment Beachhandball-Europameister mit der U18. Von 2. bis 7. Juli kann er den nächsten Karrierehöhepunkt feiern: Als einer von zwei Torhütern wurde er für die Europameisterschaft in Polen berufen. In das Aufgebot der Herren-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes (DHB). Mit erst 18 Jahren.

 

Kein Wunder, dass der junge Mann kurz vor der Abreise zu einem vorgeschalteten Lehrgang nach Budapest zwischen Wirtschaftswissenschaft-Studium an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Konstanz, Vorbereitung mit der HSG und riesengroßer Vorfreude etwas im Stress steckte. Trainingslager und Turnier als Gradmesser, bevor es losgeht. Spanien, Norwegen, Rumänien und die Türkei sind die Gegner in der Vorrunde. Potenzielle Gegner für die ersten Drei sind in der Hauptrunde Russland, Dänemark, Serbien, Portugal und Slowenien. Die Augen von Moritz Ebert funkeln schon, wenn er von den kommenden Aufgaben erzählt. Genauso, wenn er an den Moment zurückdenkt, als er nach gelungenen Lehrgängen im persönlichen Gespräch mit den Nationaltrainern Konrad Bansa und Kai Bierbaum mitgeteilt bekam, dass er von den fünf, sechs getesteten Schlussmännern einer der zwei ist, die mit zur EM fahren dürfen.

 

„Ein super Gefühl“, sagt er. „Es ist eine einmalige Ehre, für sein Land spielen zu dürfen. Davon träumt jeder Sportler.“ Denn ein Moment ist immer etwas ganz Besonderes für den gebürtigen Konstanzer, der bei seinem Heimatverein HSG Konstanz alle Jugendmannschaften durchlaufen hat und in der letzten Saison als A-Jugendlicher bereits in der U23 in der Herren-Oberliga das Tor hütete. „Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn ich vor dem Spiel die Nationalhymne höre und mitsingen kann. Das ist unbeschreiblich“, schwärmt er. Die DHB-Auswahl selbst steht nach einem größeren Umbruch mit einer sehr jungen, aber durch die Erfolge im Jugendbereich bereits auf internationalem Niveau durchaus erfahrenen Mannschaft vor einer Herausforderung, die niemand so recht einzuordnen vermag. Bei der letzten EM vor zwei Jahren schied Deutschland bereits in der Vorrunde aus. Als einer von fünf U18-Europameistern im Kader hat Ebert nun das Ziel, „das Bestmögliche aus dem Team herauszuholen.“ Trotz einer starken Gruppe ist da der Traum von der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr. Für die Qualifikation dafür wäre ein Erreichen des Halbfinales nötig.

 

„Das ist der Traum“, lächelt der Konstanzer, der nach dem Turnier fast direkt wieder bei der HSG in das Training der U23 einteigen wird. „Dafür muss alles stimmen. Aber das Potenzial ist da.“ Ob die nötige Erfahrung auf Männer-Niveau, mit anderer Dynamik, Athletik und vielen über zwei Meter großen Hünen auf des Gegners Seite es auch ist, wird gleich in der ersten Partie zu sehen sein. Im Eröffnungsspiel des Herren-Turniers bekommt es das DHB-Team direkt mit dem amtierenden Europameister Spanien zu tun. Aber, und das sei das Schöne am Spiel auf Sand, erzählt der Keeper: „Es kann alles passieren.“ Ähnliche Worte gab der HSG-Spieler noch vor einem Jahr von sich. Zurück kam er aus Montenegro mit einer funkelnden Medaille in Gold um den Hals und dem Pokal für den besten Torhüter des Turniers.

 

In der größten Stadt am Bodensee drückt man ihm für einen erneuten Coup fest die Daumen. „Wir freuen uns, dass Moritz so erfolgreich ist und wünschen ihm viel Erfolg“, sagt Andre Melchert, Sportchef der HSG. Schließlich konnte sich der junge Schlussmann aus der eigenen Nachwuchsabteilung vor allem im Eins-gegen-Eins auch etwas für den Handball in der Halle abschauen. „Durch den erhöhten Widerstand hilft es mir auch in Sachen Schnelligkeit und Stellungsspiel“, meint Ebert und grinst. „Beachhandball und Handball haben für einen Torwart mehr gemeinsam, als man vielleicht denkt.“ Direkt nach der EM wird er dies wieder in der Halle unter Beweis stellen können. Im letzten Jahr fehlte der U23 als jüngste Mannschaft der Oberliga nicht viel zum Durchmarsch in die 3. Liga. Zunächst aber baut Nationaltrainer Konrad Bansa auf den HSG-Schlussmann und lobt: „Moritz ist mit seiner Athletik und seiner flexiblen Spielweise unberechenbar. Von unserem Torwartgespann erhoffen wir uns eine gute Quote.“ Bei der EM mit der U18 vor einem Jahr lag jene von Moritz Ebert bei unglaublichen 43 Prozent. Mit einer Wiederholung dieser famosen Leistung wäre in der Tat vieles möglich. Vielleicht sogar die Erfüllung ganz großer Träume.

 

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