Kollektiver Blackout der HSG Konstanz gegen Hüttenberg: „Angriff einfach nur schwach“
Handball

Kollektiver Blackout der HSG Konstanz gegen Hüttenberg: „Angriff einfach nur schwach“

Schwächste Leistung seit langer Zeit und viel Pech mit Aluminium

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – TV Hüttenberg 18:23 (10:11)

 

Nichts, aber auch wirklich so gut wie gar nichts wollte der HSG Konstanz im letzten Spiel des Jahres gelingen. Fehler an Fehler reihte sich insbesondere im Offensivspiel der Konstanzer aneinander, sodass die Mittelhessen vor allem dank eines überragend aufgelegten Schlussmannes Nikolai Weber kein einziges Mal zurücklagen und völlig verdient zwei Punkte aus der mit knapp 1400 Fans besuchten Schänzle-Hölle entführen konnten. Nach der 18:23 (10:11)-Niederlage zog Hüttenberg an Konstanz vorbei, das nun wieder auf den 16. Tabellenplatz, der am Ende zur Relegation berechtigt, abgerutscht ist.

 

Seltsam gehemmt, nervös, fast verunsichert wirkten die Gastgeber dabei von der ersten Sekunde an. Neun lange Minuten mussten sie auf den ersten Treffer warten. Erst Paul Kaletsch brach den Bann gegen seinen Ex-Verein. Bezeichnenderweise mit einem Siebenmeter. Doch selbst das wollte später nicht mehr gelingen. Erst scheiterte er selbst, dann auch noch Tom Wolf und Fabian Maier-Hasselmann. Alle fanden sie ihren Meister in Nikolai Weber – oder aber wie so oft an diesem Tag am Aluminium. Beim Nachwurf von Maier-Hasselmann war hier wie allzu oft das Wurfglück nicht mit den Gelb-Blauen, die entweder an Weber – der mit seinen zwölf Paraden 40 Prozent der Würde entschärfen konnte – oder eben bei zahlreichen Versuchen am Gebälk hängen blieben. Wie Fabian Schlaich, der zunächst den Pfosten und danach auch gleich noch die Latte getestet hatte.

 

Mit Pech im Abschluss hatte der 2:5-Rückstand nach dem 2:2 durch Aron Czako (10.) aber nur bedingt zu tun. Vielmehr fehlten der HSG die Ideen, der Esprit und die Energie, um sich gegen die leidenschaftliche 3:2:1-Deckung der Gäste durchzusetzen. Fehlerfrei war auch Hüttenberg nicht – aber in einem zerfahrenen, niveauarmen Duell deutlich effektiver, präsenter und abgeklärter. Einfach ruhiger und nicht derart hektisch wie die Konstanzer, denen ein technischer Fehler nach dem anderen unterlief. „Die Jungs laufen auf dem Zahnfleisch“, erklärte Gästecoach Frederick Griesbach. „Aber wie sich hier jeder reingeworfen hat, nach jedem Ball gehechtet und der letzte Schritt gemacht wurde, davor habe ich großen Respekt, darauf bin ich stolz.“ Auch er sah Nikolai Weber als einen entscheidenden Faktor an, neben der guten Abwehrarbeit. „Rundum zufrieden und glücklich“ war Griesbach am Ende.

 

Matthias Hild hatte die HSG mit einem Doppelschlag aber noch vor der Pause zurück ins Spiel gebracht (6:7), Samuel Wendel den Halbzeitstand von 10:11 besorgt. Trotz der wohl schwächsten Leistung seit langer Zeit war somit noch alles möglich. Doch fast sieben Minuten blieb die HSG nach dem Seitenwechsel ohne Torerfolg, ehe Tom Wolf zum 11:14 verkürzen konnte. Dazwischen: Matthias Hild scheiterte an der Latte, Fabian Maier-Hasselmann an Weber und dem Pfosten. Maximilian Wolf mit einigen schönen Paraden nach seiner Einwechslung und toller Vorlage sowie Felix Krüger mit drei Toren waren noch die Lichtblicke an einem völlig gebrauchten Abend. Zu wenig für die Wende, denn immer wenn sich die Chance auf den Anschluss bot, stellte sich Konstanz wieder mit einem Ballverlust, einem Alu-Treffer oder aber einer Weber-Parade selbst ein Bein. Die im Angriff auch nicht wirklich überzeigenden Gäste kamen so nie in echte Bedrängnis oder echten Druck.

 

Die Fans versuchten dennoch alles. Obwohl es die Leistung nicht hergab, gab es nach 37 Minuten immer wieder stehende Anfeuerung, wie auch in den letzten beiden Minuten und nach der längst feststehenden 18:23-Niederlage nochmals minutenlange  stehende Ovationen. Völlig geknickt wirkte anschließend Daniel Eblen. „Es war enttäuschend, was wir im Angriff gemacht haben. Ohne Ball hätten wir noch eine Chance gehabt, aber der Abschluss war echt schwach. Wir haben mehr erwartet.“ Der Cheftrainer der Unterlegenen meinte: „Wir haben schon viele Spiele nach guter Leistungen nicht gewonnen, aber das heute war im Angriff einfach schwach.“ Erste Aufgabe nach der EM-Pause ist am 1. Februar in Bietigheim.

 

Das komplette Spiel im Re-live: www.hsgkonstanz.de/livestream

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf (6 Paraden), Simon Tölke (1 Parade/davon 1 Siebenmeter), Michael Haßferter (2 Paraden) (alle Tor); Michel Stotz (1), Fabian Schlaich (1), Aron Czako (1), Matthias Hild (2), Tom Wolf (3), Fabian Wiederstein, Paul Kaletsch (2/1), Felix Krüger (3), Fabian Maier-Hasselmann (2), Fynn Beckmann (1), Tim Keupp, Samuel Wendel (2).

Trainer: Daniel Eblen

 

TV Hüttenberg: Simon Böhne, Nikolai Weber (12 Paraden) (beide Tor); Merlin Fuß (4), Tomas Sklenak (1), Jorg Muller, Moritz Lamprecht (1), Christian Rompf (3), Moritz Zörb, Markus Stegefelt (4), Dieudonne Mubenzem (4), Robin Hübscher (2/2), Tobias Hahn, Björn Zintel (1), Johannes Klein (3), Tristan Kirschner.

Trainer: Frederick Griesbach

 

Zuschauer: 1350 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz

 

Schiedsrichter: Jan Lier und Manuel Lier

 

Zeitstrafen: Konstanz - /Hüttenberg 4 Min. (Fuß 2 Min., Mubenzem 2 Min.)

 

Siebenmeter: Konstanz 1/4 (Kaletsch, Tom Wolf und Maier-Hasselmann scheitern an Weber) – Hüttenberg 2/5 (Hahn scheitert an Wolf, Stegefelt über das Tor, Zintel am Tor vorbei)

 

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