HSG Konstanz will gegen Dormagen „letzten Zentimeter“ gehen
Handball

HSG Konstanz will gegen Dormagen „letzten Zentimeter“ gehen

In der 2. Bundesliga immer besser in Fahrt

2. Handball-Bundesliga:

HSG Konstanz – TSV Bayer Dormagen

(Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)

 

Einen Punkt brachte die HSG Konstanz von ihrer dreitägigen „Deutschland-Reise“ mit an den Bodensee, den ersten aus der Fremde. Nach der großen Belastung mit zwei Auswärtsspielen innerhalb von 47 Stunden ist der Appetit auf weitere Punkte im Duell mit dem Ex-Erstligisten TSV Bayer Dormagen am Samstag, 20 Uhr, jedoch erst richtig angeregt worden.

 

„Da ist er endlich, dieser verdammte erste Auswärtspunkt“, entfuhr es Kapitän Tom Wolf bei Betreten des Mannschaftsbusses nach dem Auftritt in Ostwestfalen. Entschlossenheit, Freude, Erleichterung, Hunger auf mehr – alles war in diesen wenigen Worten deutlich zu vernehmen. Sechs Versuche hatte es dafür bedurft. Auch Daniel Eblen war „schon glücklich“ über den Punkt in Lübbecke, obwohl es nach einer 23:21-Führung nicht zum verdienten doppelten Punktgewinn beim Topteam gereicht hat. Aber auch damit, so der HSG-Coach, lasse sich etwas befreiter arbeiten. Viel Anerkennung für ihre Leistungen hatte es zwar immer für die HSG Konstanz von der Konkurrenz gegeben, auf der Habenseite machte sich das in Form von Punkten allerdings viel zu selten bemerkbar. Eblen: „In der Art, wie wir in der Liga mitgemischt haben, so viel Lob wie wir erhalten haben, war es wichtig, auch etwas mitzunehmen.“

 

Mächtig stolz war der 45-Jährige vor allem über die Art und Weise, wie sich seine junge Mannschaft trotz des Handicaps der Doppelbelastung in Verbindung mit den Reisestrapazen bei einem ausgeruhten, hochkarätig besetzten Gegner wehrte. „Die Jungs haben alles reingehauen, das letzte Korn investiert“, lobte er. Diesen Willen gilt es auch gegen ein spielerisch starkes Team aus Dormagen unter Beweis zu stellen, das mit 264 Toren derzeit den drittbesten Angriff der Liga stellt. Für den A-Lizenzinhaber sind die Gäste vom Niederrhein bereits ein etablierter Zweitligist – obwohl dem Bayer-Club erst letzten Sommer die Rückkehr und der anschließende Klassenerhalt in der 2. Bundesliga gelang. Diese Einschätzung stützt er auf den hochkarätig, international besetzten Kader. Für den 16 Jahre lang in der 1. Bundesliga angetretenen TSV – zuletzt 2011 –, der als DHC Rheinland zudem im Finale des DHB- und Europacup-Finales stand, spielen etwa der US-Nationalspieler Ian Hüter, der Schwede Carl Löfström, der Portugiese Nuno Rebelo und der tschechische Nationalspier Jakub Sterba. Top-Torschütze ist der Kroate Ante Grbavac, der den Abgang von Julian Stutzke in die 1. Bundesliga zum Bergischen HC kompensiert hat, Sterba lässt den letztjährigen Topscorer Tim Wieling (TVB Stuttgart) vergessen. Dusko Bilanovic, kroatischer Trainer des TSV, weiß: „Vor allem mit dem Rückblick auf unser Spiel in Krefeld haben wir gelernt, niemanden zu unterschätzen. Besonders nicht Konstanz. Daheim sind sie immer noch einen Tick besser als auswärts. Es wartet daher ein heißer Tanz auf uns.“

 

Die Konstanzer Verantwortlichen wissen ihrerseits, dass sie mit dem gefährlichen Tempospiel der Westdeutschen ein komplett anderes Spiel als zuletzt in Lübbecke erwartet. „Da war vor allem die Physis in der Deckung gefragt“, erklärt Trainer Eblen. „Jetzt wird die Sache komplizierter.“ Genauso wie das Verhalten in der Deckung. Die HSG gehört, was Zeitstrafen und Karten anbelangt, zu den drei fairsten Teams der Liga. Einerseits ein Beleg für die gute, exakte Abwehrarbeit ohne viele Vergehen. Wie so oft hat aber diese Statistik eine zweite Seite der Medaille. Vielleicht die, dass die HSG manchmal noch „zu brav“ agiert? Für Eblen ein schmaler Grat. „Aber es stimmt“, gesteht er, „wir müssen uns manchmal noch besser auf die Schiedsrichter einstellen, was erlaubt ist und was nicht. Hin und wieder könnten wir noch aggressiver spielen.“ Schließlich sei die kompakte Abwehr stets das „Topziel“. Die Verteidigungsarbeit in Lübbecke war insofern bestes Anschauungsmaterial. Aggressiv, aber gleichzeitig fair stellte die HSG einen überaus kompakten Riegel, der selbst den wurfgewaltigen Rückraum des Ex-Erstligisten immer wieder abkochte.

 

Nach zwei Auswärtsspielen ist die Freude über die Rückkehr in den Hexenkessel „Schänzle-Hölle“ und die frenetische Unterstützung der eigenen Fans groß. „Die Heimspiele bleiben immer im Gedächtnis“, so der gebürtige Konstanzer. „Wir freuen uns darauf, denn für uns ist es immer noch eine Riesen-Sache in dieser Liga zu spielen. Wir wissen, wer und was auf uns zukommt.“ In erster Linie ein brandgefährliches Tempospiel. Technische Fehler verboten, wird insofern eine Vorgabe sein, neben der kompakten Deckung. Schließlich soll das Punktekonto nun schnell aufgestockt werden. Nach einem Drittel der Saison ist der Cheftrainer der HSG Konstanz nicht ganz zufrieden. Mit den Leistungen schon, aber eben nicht der Ausbeute von bislang sechs Punkten. „Es wäre“, hält er fest, „mehr möglich gewesen.“ Besonders ärgerlich: Fünf Partien gingen mit einem oder zwei Toren verloren. Wie von Rimpar-Trainer Ceven Klatt vermerkt, fehle den Konstanzern vielleicht noch etwas „die Abgeklärtheit.“ Eblen: „Klar haben wir auch ein paar Spieler, die schon in der 2. Bundesliga gespielt haben. Aber durchgängig fehlen noch die Erfahrungen, seit drei, vier Jahren auf diesem Niveau um jeden Punkt zu kämpfen.“ Auch in Lübbecke wäre mit etwas mehr Glück und einer richtigen Entscheidung im vorletzten Angriff der Sieg wohl sicher gewesen. „Das muss in die Köpfe rein. Im Angriff müssen wir es souveräner gestalten“, so der Übungsleiter. „Das man ein-, zweimal die Chance nicht nutzen kann ist okay. Aber wir haben uns zu oft die Punkte nicht geschnappt. Das zeigt zugleich, dass wir mithalten können. Es fehlt der letzte Zentimeter.“ In der heimischen Halle kennt man jeden davon. Und mit dem dritten Heimsieg wäre sogar der Sprung auf die „verdammten“ Nichtabstiegsplätze wahrscheinlich.

 

Das Vorspiel vor dem Zweitliga-Duell bestreiten die Landesliga-Herren ab 17 Uhr gegen die HG Müllheim/Neuenburg.

 

Das Spiel wird im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

 

Rund um das Heimspiel

 

Tickets sind online unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich. Mit dem PDF auf dem Smartphone oder dem [email protected] können lange Warteschlagen an der Abendkasse einfach umgangen werden.

 

Neben den nur bei früher Anreise freien Parklätzen an der Halle dient der nur wenige Minuten entferne Großparkplatz am Bodenseeforum als Ausweichplatz.

 

Nach der Partie wird auf dem Spielfeld die Pressekonferenz mit beiden Trainern stattfinden.

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de

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www.instagram.com/hsgkonstanz

www.youtube.com/c/HSGKonstanzTV