HSG Konstanz bindet Kreisläufer-Talent: „Hat sich toll entwickelt und sind gutes Duo“
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HSG Konstanz bindet Kreisläufer-Talent: „Hat sich toll entwickelt und sind gutes Duo“

Etablierung in der 2. Bundesliga ist das gemeinsame Ziel

Großes Aufatmen, aber kein wirkliches Durchatmen: Nach dem 28:18-Sieg in Krefeld stehen der HSG Konstanz mindestens ebenso wichtige Heimspiele am 21. und 26. Dezember ins Haus. Doch das Momentum und die Stimmung vor den Vier-Punkte-Spielen sind bestens. Das hat mit dem ersten Auswärtssieg zu tun, aber auch weiteren positiven Personalmeldungen. Samuel Wendel, Tom Wolf, Felix Krüger und Joschua Braun hatten schon frühzeitig verlängert, nun ist auch die Tinte unter dem neuen ligaunabhängigen Vertrag von Kreisläufer Michel Stotz bis zum 30. Juni 2022 trocken.

 

Mit erst 20 Jahren ist Stotz einer der jüngsten Spieler im festen Zweitliga-Kader, aber auch einer derjenigen, die seit Saisonbeginn die größte Entwicklung durchliefen. „Michel hat sich in den letzten eineinhalb Jahren sehr gut entwickelt“, lobt Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG Konstanz. Im Sommer 2018 von Drittliga-Absteiger Neuhausen an den Bodensee gewechselt, bildet er seitdem zusammen mit Fabian Wiederstein ein starkes Duo am Kreis. Melchert: „Er kann sich an Fabi orientieren – zusammen sind sie ein gutes Duo. Wir hoffen, dass die Entwicklung so weitergeht.“ Denn, so führt Melchert weiter aus, man dürfe nicht vergessen, dass Michel Stotz „immer noch sehr jung ist. Wir werden ihm weiter Zeit geben.“ Dieser hat in den eineinhalb Jahren am Schänzle viel an sich gearbeitet und im Abschluss verbessert.

 

So war die Unterschrift unter den neuen Kontrakt auch eine einfache Sache für den gebürtigen Reutlinger. „Ich freue mich, hier mindestens zwei weitere Jahre spielen zu können“, strahlt der Blondschopf, der kürzlich die Ehre hatte, das 5.000. Tor der HSG Konstanz in der 2. Bundesliga zu erzielen. „Es passt alles. Wir sind eine super coole Truppe, es macht richtig viel Spaß und sportlich sehe ich gute Perspektiven, mich bei der HSG weiterzuentwickeln.“ Nicht zuletzt, weil er fest vom Klassenerhalt im Bundesliga-Unterhaus überzeugt ist. Doch bis dahin ist es noch ein weiter, steiniger Weg.

 

Das weiß auch der 1,93-Meter-Mann, der an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Konstanz Informatik studiert. Gründliche Analysen sind ihm deshalb vertraut. Es spricht für den Youngster, dass er sagt: „Ich weiß, dass ich noch viel lernen kann und muss.“ Dafür arbeitet er in jeder Trainingseinheit hart an sich und gibt in jedem Spiel Vollgas. Von Fabian Wiederstein, mit 45 Toren und 90 Prozent Trefferquote einer der erfolgreichsten Kreisspieler der zweiten Liga, kann er sich einiges absehen. „Von ihm und dem Trainerteam bekomme ich viele Tipps“, grinst Stotz. Zufrieden kann er mit seiner Entwicklung aber allemal sein. Auch persönlich, denn in seiner Spieler-WG sei es „ordentlich“, darauf legt der Schwabe wert. Nichts mit Chaos – (Selbst)Disziplin herrscht hier genauso wie auf dem Spielfeld. Michel Stotz gehört dabei zu den ruhigeren Zeitgenossen, ist stets freundlich und aufgeschlossen und weiß die Dinge zu schätzen. „Es ist ein Privileg“, betonter er etwa, „und ich bin dankbar, mich Woche für Woche auf diesem Niveau zeigen zu können. Das macht unglaublich Spaß, da weiß man, wofür man alles investiert.“

 

Das Ziel: Langfristig in der 2. Bundesliga mit der HSG etablieren. Dafür mochte der Kreisläufer weitere Schritte vollziehen. Um bei dieser Absicht „helfen zu können“, so Stotz. Nach dem eminent wichtigen ersten Auswärtserfolg der Saison in Krefeld könnte das Momentum auf Konstanzer Seite sein. Zwei wichtige Heimspiele stehen  vor der Spielpause im Januar noch an. Einmal kurz vor Weihnachten am 21. Dezember, einmal sogar am zweiten Feiertag am 26. Dezember. Das Ziel: Vier Punkte unter dem Weihnachtsbaum. Auch und gerade für die Fans, die Michel Stotz beim Einlaufen jedes Mal eine echte Gänsehaut bescheren. „Ich genieße diese Momente in der Schänzle-Hölle“, strahlt er alleine beim Gedanken an die volle Halle. „Diese tolle Unterstützung wollen wir mit guten Spielen und Punkten zurückzahlen.“ Er selbst wird dann wieder mittendrin im Getümmel stecken, dort, wo einem schon einmal das Trikot über den Kopf gezogen oder zerrissen wird, wo man schon einmal die Fäuste der Gegenspieler abbekommt und ordentlich einstecken muss. Für das Talent kein Problem. „Man kann ja hinten austeilen, was man vorne eingesteckt hat“, verrät er. Sein Lächeln ist dabei gar noch verräterischer. Für die Aufgaben gegen Dresden und Hüttenberg fordert er somit wieder viel Kampf mit Herz und pure Einstellung, denn „das zeichnet uns aus.“

 

Die Umstellung auf die 2. Bundesliga – für viele HSG-Akteure war die Spielklasse Neuland –  scheint dabei nun immer besser zu gelingen, der Respekt vor großen Namen abgelegt und wichtige Erfahrungen in schwierigen Situationen gemacht. Stotz weiß davon selbst ein Lied zu singen. „In Sachen Körperlichkeit ist das schon ein riesiger Sprung, auch was die Härte am Kreis und das von den Schiedsrichtern Tolerierte angeht.“ Aber alles nichts, was den jungen Mann mit der Nummer zwei auf dem Trikot stören würde. Genauso wenig wie Spiele an Weihnachten. „An Heiligabend kann ich ja nach Hause fahren“, sagt er und lächelt verschmitzt. „Und am 26. Dezember ist sowieso wie immer die ganze Familie in der Halle dabei. Zusammen wollen wir uns die Punkte holen.“ Bruder Hannes etwa wird dann wieder im Fanblock an den Trommeln mit seinen unverwechselbaren Rhythmen einheizen, Vater Friedr im Stotz-Trikot einer der Ersten sein, der bei jeder gelungenen Aktion aufspringt.

 

Tickets für die beiden Spiele vor erwartet großer Kulisse am 21. und 26. Dezember im Hexenkessel Schänzle-Hölle sind online ab 12 Euro unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

 

Weitere Informationen unter:

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