HSG Konstanz baut Tabellenführung mit Bollwerk und „Spaß zu gewinnen“ auf sechs Punkte aus
Handball

HSG Konstanz baut Tabellenführung mit Bollwerk und „Spaß zu gewinnen“ auf sechs Punkte aus

Zweitliga-Absteiger HG Saarlouis beim 34:23-Sieg der HSG Konstanz ohne Chance

3. Liga:

HSG Konstanz – HG Saarlouis 34:23 (16:9)

 

Auch das letzte Spiel der Hinrunde ging an die HSG Konstanz. Mit dem 34:23 (16:9)-Erfolg vor über 1 200 Fans gegen Zweitliga-Mitabsteiger HG Saarlouis schraubte der Drittliga-Herbstmeister seine eindrucksvolle Bilanz auf nunmehr zwölf Siege hintereinander und baute damit den Vorsprung auf die Verfolger – mit einem Spiel mehr – auf aktuell sechs Zähler aus.

 

Das Dutzend ist voll, die HSG Konstanz einfach nicht zu stoppen. Saarlouis war gut, doch die HSG eine Klasse für sich. Zwar dauerte es über sechs Minuten bis zum ersten Treffer der Gastgeber und die HG blieb die ersten knapp zwölf Minuten auf Tuchfühlung (5:4). Danach begann die HSG Konstanz heißzulaufen, ein Höllentempo an den Tag zu legen – und zu zaubern. Offensiv – und defensiv. Elf Minuten lang war Simon Tölke im Verbund mit der Deckung kaum zu knacken, dann wurde er aus dem Spiel genommen. Nach einem Gesichtstreffer aus kürzester Distanz vom Kreis blieb er regungslos liegen. „Blackout“, sagte er nach dem Spiel und konnte dabei wieder lachen. „Ich war komplett weg“, so der Keeper. „Mannschaftsarzt Dr. Tobias Payer hat mich wieder zurückgeholt.“

 

Die Chance für Maximilian Wolf. Die Bühne für Maximilian Wolf. Der Tag von „Maxi“, wie er schon nach wenigen Minuten gefeiert wurde. Am Ende sollten 16 Paraden in seinen Statistiken stehen, sieben bei Simon Tölke, der in den letzten Minuten gar noch einmal auf das Spielfeld zurückkehren und glänzen konnte. 23 Paraden also insgesamt auf Konstanzer Seite, bei 23 Gegentoren, 50 Prozent entschärfte Würfe des Gegners: stark. Mit der Oma auf der Tribüne lief Wolf von Beginn an heiß. Saarlouis versuchte es indes mit einem schönen Kempa-Trick. Ein Spielverderber verhinderte den Einschlag im HSG-Kasten: Max Wolf. Mit diesem Rückhalt stand es bald 10:5 (18.). Weil, so Andre Melchert, die HSG es geschafft hatte, die Würfe dahin zu bekommen, „wo wir sie wollten.“ In den Worten des Sportchefs war dabei eine „vernünftige“ Abwehrleistung der Grundstein für den deutlichen Erfolg.

 

„Die Zusammenarbeit von Abwehr und Torwart war super“, lobte dagegen HSG-Cheftrainer Daniel Eblen. „Wir konnten so mit viel Tempo nach vorne gehen, haben wenige Fehler gemacht und durch unsere Geschwindigkeit den Gegner auch physisch gefordert.“ Denn Paul Kaletsch, Fabian Wiederstein und Felix Krüger lieferten sich vorne ein Wettschießen und waren hochkonzentriert und effizient. Gerade die Achse Jud-Wiederstein-Kaletsch-Krüger war auch dieses Mal für das eine oder andere Highlight zu haben. Mit herrlichen Zuspielen an den Kreis wurde Wiederstein gefüttert, der wiederum ließ sich in unnachahmlicher Art erneut selbst von drei Gegenspielern nicht stoppen. Eblen: „Wenn Felix mit 100 Prozent in die Würfe geht und nicht so viel überlegt, ist er schwer zu verteidigen.“ Das Extralob hatte sich der Linkshänder nach bärenstarker Vorstellung ebenso verdient wie die beiden Keuper der HSG und die komplette Mannschaft.

 

Fabian Schlaich etwa nutzte dreimal die Gunst der Stunde und traf mit Distanzwürfen in das verwaiste Tor der HG Saarlouis, Samuel Wendel war – wie Max Wolf mit der Oma auf der Tribüne – sowohl gedanklich als auch auf den Beinen schneller als sein Gegenspieler, lief an diesem vorbei und schnappte sich den freien ball. Gegenstoß, Tor, 22:13 für die Gastgeber. Bereits nach 40 Minuten stieg die Party in der ohrenbetäubend lauten Schänzle-Hölle. „Toll, dass die Halle wieder so voll war“, freute sich Melchert. „Die Stimmung war super, obwohl es heute nicht so spannend war. Das hat uns und den Jungs richtig Spaß gemacht.“ Am meisten Freude würden ihm solche Spiele bereiten, gab er noch zu Protokoll. „Wenn es nicht ganz so spannend am Sonntagabend ist, ist das auch mal schön“, meinte der Sportliche Leiter – mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

 

Nachdem bereits nach 36 Minuten neun Tore Differenz zwischen Konstanz und Saarlouis lagen, zehn nach 45 und eine Minute später sogar erstmals elf stand der zwölfte Erfolg hintereinander frühzeitig fest. „Die Konstanz im Spiel ist wichtig“, hob Eblen hervor. „Wir haben das Auf und Ab nicht mehr so sehr wie in der Vergangenheit.“ Sogar der HSG-Coach konnte so das Spiel seiner Mannschaft „mit Spaß“ verfolgen. Vor allem aber – ganz der Trainer – aufgrund der für ihn besonders wichtigen Details. „Es war toll zu sehen“, so der 44-Jährige, „wie jeder weiß, was die wichtigen Punkte sind. Sie haben die Absprachen während des Spiels geändert. Als Trainer ist es schön zu sehen, dass die Jungs mit dem Kopf voll dabei sind.“ Auch nach dem Spiel und voller Emotionen. Die Serie – kein Thema. Die Herbstmeisterschaft – ebenso wenig. Nur das Gewinnen, „das macht uns unfassbar viel Spaß“, meinte der siebenfache Torschütze Felix Krüger. „Das sagen wir uns vor jedem Spiel.“ Auch und ganz besonders am Samstag, 20 Uhr, wenn der TuS Fürstenfeldbruck in die Schänzle-Hölle kommt. Die Geschichte des Hinspiels ging um die Welt. Im Rückspiel möchten Krüger und Co. erneut einfach nur Spaß. Wie gegen Saarlouis.

 

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Simon Tölke (Tor); Michel Stotz (1), Fabian Schlaich (6), Jerome Portmann (1), Tom Wolf (1), Fabian Wiederstein (7), Paul Kaletsch (7/2), Felix Krüger (7), Joschua Braun, Tim Jud (2), Tim Keupp (1), Samuel Wendel (1), Samuel Löffler.

 

Zuschauer: 1200 in der Schänzle-Sporthalle Konstanz.

 

Schiedsrichter: Markus Fähnle und Jörg Schulle.

 

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