„Herz pochert, Adrenalin am Anschlag“: Maximilian Wolf sichert der HSG Konstanz Happy End
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„Herz pochert, Adrenalin am Anschlag“: Maximilian Wolf sichert der HSG Konstanz Happy End

Starkes Torwart-Gespann der HSG Konstanz ebnet Weg zum Sieg nach Drama in Kornwestheim

Immer wieder suchen sie das Gespräch, klopfen sich ab, reden sich gut zu und feiern jede Parade des Partners. Zunächst rührte Simon Tölke wieder Beton hinter der erneut intensiv, mit viel Einsatz und Leidenschaft arbeitenden Deckung an, später schlug die Stunde von Maximilian Wolf. Obwohl Tölke eine ordentliche Partie machte, gab er der Bank ein Zeichen. Ohnehin eine erwogenen Maßnahme des Trainerteams kam er, der Torwartwechsel. Die ersten Aktionen verlaufen unglücklich für den neuen Keeper der HSG Konstanz. Bis alles auf dem Spiel steht. Die HSG Konstanz führt mit 26:25 in Kornwestheim, kommt aber in den letzten vier Minuten nicht mehr zum Torerfolg. Dann der Schreckmoment für die über 70 mitgereisten HSG-Fans: Fabian Kugel wird auf Linksaußen freigespielt und kommt unbedrängt aus gutem Winkel zum Abschluss. Der Moment für Maximilian Wolf, der sich den Wurf packt und nach dem letzten Freiwurf der Heimmannschaft auch noch den finalen Wurf – wohl ohnehin kurz nach der Schlusssirene – um den Pfosten lenkt. So aber gibt es keine Diskussionen, nur noch ungebremsten Jubel in gelb und blau. Auf Maximilian Wolf stürmt in diesem Augenblick die gesamte Mannschaft zu.

 

Später wird er als Spieler des Abends auf Konstanzer Seite auserwählt und stimmt die Humba mit den HSG-Fans an. Da schwenkt der 24-Jährige die badische Flagge vor dem Fanblock und schreit „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ in Richtung der eigenen Anhänger, die seine Rufe lautstark erwidern. Für den gefeierten HSG-Keeper auch der Grund, warum es am Ende überhaupt zur emotionalen Siegesfeier kam. „Das war richtig stark“, sagt er später mit einem Lächeln im Gesicht, „und hat sich wie ein Heimspiel angefühlt. Das hat entscheidende Prozente dazugegeben.“

 

Doch nicht nur auf dem Spielfeld zeichnete sich das HSG-Eigengewächs aus, auch abseits davon flogen ihm die Sympathien zu. Bescheidenheit und Demut waren die Hauptgründe dafür. Er lobte die Vorstellung seines Torwartkollegen vor seiner Einwechslung und die starke Mannschaftsleistung. „Heute hätten hier viele ausgewählt werden können“, sagte er zu der auf ihn gefallenen Wahl als Spieler des Spiels nach einer „wilden Partie in der zweiten Halbzeit“, wie er es beschrieb. „Es ging dann sehr über den Kampf.“ Und über in Hochspannung, als Kornwestheim mit dem letzten Angriff zweimal die Chance zum Ausgleich hatte. „Da pochert dann schon ein wenig das Herz, ist das Adrenalin am Anschlag“, sagt Wolf. „Aber wir wollten unbedingt gewinnen, haben in der Abwehr alles reingeworfen.“

 

Die letzte Szene, die letztlich siegbringende Aktion mit seiner Parade sieht er jedoch ganz nüchtern und gelassen. Ob es bei den Torhütern nicht darauf ankomme, wie viele Würfe sie halten, sondern welche, wird er gefragt. Der gebürtige Singener grinst und meint: „Wenn der Torhüter davor noch mehr Bälle hält, kommt es vielleicht gar nicht zu solch einem Finale. Aber die letzten Aktionen bleiben immer in Erinnerung und zählen am Ende.“ Nach zwei knappen Niederlagen mit einem Tor Unterschied in Fürstenfeldbruck und gegen Pfullingen ist der HSG Konstanz nun selbst ein Big Point beim Vorjahresmeister gelungen. „Das kann ein Knotenlöser sein, so ein Spiel“, hofft er. „Es fühlt sich gut an, aber am Mittwoch müssen wir wieder genauso spielen, wieder 100 Prozent abrufen.“ Dann kommt um 17 Uhr Zweibrücken-Saarpfalz in die Schänzlehölle. Ein Bild ist dabei schon sicher: Sie werden sich wieder abklatschen, anfeuern und gegenseitig feiern. Gegen Pforzheim war Simon Tölke der Matchwinner, in Kornwestheim Maximilain Wolf. Zusammen ein super Gespann.

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de