Ex-Konstanzer Konstantin Poltrum vor Rückkehr in „Schänzle-Hölle“:
Handball

Ex-Konstanzer Konstantin Poltrum vor Rückkehr in „Schänzle-Hölle“:

„Das Publikum hier ist etwas Besonderes, sehr solidarisch, sehr euphorisch“

Drei Jahre stand Konstantin Poltrum (25) von 2015 bis 2018 bei der HSG Konstanz unter Vertrag und reifte in dieser Zeit nicht nur zu einem absoluten Leistungsträger der HSG, sondern auch einem Zweitliga-Toptorwart. Nun kehrt der 1,95 Meter große ehemalige Jugend- und Junioren-Nationaltorhüter mit dem Tabellenzweiten HSC 2000 Coburg am Samstag, 20 Uhr, an seine alte Wirkungsstätte am Schänzle zurück.

 

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas spricht der gebürtige Friedberger (Hessen) über die Ziele in Oberfranken, die Rückkehr in die Schänzle-Hölle und 60 Minuten hinten anstehende Freundschaft.

 

18:6 Punkte, Aufstiegsplatz, in den letzten sieben Spielen sechs Siege: Der HSC Coburg kommt langsam ins Rollen. Seid Ihr zufrieden, Konsti?

Mit der Heimbilanz von 4:0 Punkten sind wir sehr, sehr zufrieden. Auswärts haben wir aber nicht das gezeigt, was wir wollten. So bleibt am Ende eine zufriedenstellende Bilanz, in der wir auswärts noch nicht das Potenzial abgerufen haben, was wir könnten.

 

Wie läuft es bei Dir persönlich?

Das ist gerade etwas schwierig, da ich aktuell nicht zu den Spielzeiten komme, die ich mir wünsche. Allerdings profitiere ich auch stark von der guten Trainingsqualität und kann mich so weiterentwickeln. Allerdings ist es mein Ziel, mehr zu spielen.

 

Du hast die Diskrepanz zwischen den Coburger Heim- und Auswärtsauftritten angesprochen. Gleiches gilt für die HSG Konstanz. Worauf führst Du dies zurück?

Allgemein herrscht in der 2. Bundesliga eine große Heimstärke. Vor der eigenen Kulisse ist es immer einfacher, die eigene Leistung abzurufen. Wenn ich die Lösung für die Unterschiede wüsste, hätten wir sie schon genutzt.

 

Mit was für einem Gefühl blickst Du auf die Rückkehr nach Konstanz?

Ich freue mich darauf, zurückzukommen. So ganz bin ich auch nicht weg, da meine Freundin Sarah immer noch in Konstanz wohnt und ich öfter bei der HSG vorbeisehe. So konnte ich die Schänzle-Hölle auch ein paarmal als Zuschauer genießen. Man sieht hier viele bekannte Gesichter und es kommen viele schöne Erinnerungen hoch. Das Publikum hier ist etwas Besonderes, sehr solidarisch mit dem eigenen Team und sehr euphorisch. Die HSG wird immer überragend unterstützt. Auf diese besondere Stimmung freue ich mich.

 

Wie wird es, in die Halle einzulaufen, die drei Jahre lang Dein zweites Zuhause war?

Das habe ich einige Zeit nicht mehr gemacht. Aber es gibt viele Erinnerungen, mit denen ich etwas verbinde. Auf der anderen Seite zu stehen wird nun schon speziell. Zu einigen Spielern der HSG habe ich noch regelmäßig Kontakt. Für 60 Minuten muss die Freundschaft aber hinten anstehen. Ich möchte die bestmögliche Leistung bringen, obwohl ich viele Leute hier liebgewonnen habe und sie mir vertraut geworden sind.

 

Hast Du die HSG letzte und diese Saison verfolgt? Was sind Deine Eindrücke?

Konstanz hat es geschafft, in der letzten Spielzeit sehr, sehr konstant gute Leistungen zu bringen und ist deshalb zurecht aufgestiegen. Diese Willensleistung ist sehr hoch zu bewerten. Die HSG lebt von den Emotionen und der Einstellung, vom Kampf, vom Herz. Das wird uns erwarten und hier müssen wir dagegen halten.

 

Was erwartest Du für ein Spiel und hast Du HSC-Trainer Jan Gorr schon Tipps mit auf den Weg gegeben?

Wenn man die Ergebnisse der HSG vor den eigenen Fans betrachtet, findet man selten ein deutliches Resultat. Es wird auch am Samstag eng. Die Spielweise der HSG hat sich nicht allzu sehr verändert. Wenn mein Trainer Tipps haben möchte, werde ich mein Bestes tun. Aber als Torwart bin ich auch nicht der krasse Taktik-Experte. Für mein Spiel werde ich mein Wissen jedoch schon nutzen.

 

Du kennst die Schützen der HSG. Aber sie kennen auch Dich als Keeper…

Zu kompliziert sollte man in dieser Gemengelage nicht denken. Dani Eblen hat es einmal schön gesagt: Das ist immer noch ein Spiel und kein auswendig gelerntes Theater. Viel wird intuitiv entschieden.

 

Fragen: Andreas Joas

 

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