„Die Spiele, für die du dir jeden Tag den Hintern aufreißt“: HSG Konstanz erstmals in Hamburg zu Gast
Handball

„Die Spiele, für die du dir jeden Tag den Hintern aufreißt“: HSG Konstanz erstmals in Hamburg zu Gast

Champions-League-Sieger von 2013 großer Favorit

2. Handball-Bundesliga:

Handball Sport Verein Hamburg – HSG Konstanz

(Freitag, 20 Uhr, Sporthalle Hamburg)

 

Erstmals ist die HSG Konstanz am Freitag, 20 Uhr, in Hamburg zu Gast, beim Handball Sport Verein. Der Nachfolge-Club des Champions-League-Siegers von 2013 ist auf Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen, Konstanz nach dem Befreiungsschlag gegen Aue im Tabellenmittelfeld angekommen.

 

Gerade angesichts des 55 Minuten starken Auftritts gegen Aue und des wichtigen 30:27-Sieges kann die HSG befreit als Außenseiter in die Hansestadt fahren. „Das sind die Spiele“, freut sich etwa Fynn Beckmann, „für die du jeden Tag in die Halle kommst und dir den Hintern aufreißt.“ Für die Konstanzer ist zwar jedes Spiel in der 2. Bundesliga etwas Besonderes, dieses aber sicher noch etwas mehr als sonst. Beckmann: „Da freuen wir uns alle drauf, genießen und geben Vollgas. Mal sehen, was am Ende dabei herauskommt.“

 

Das Duell in der 4600 Zuschauer fassenden traditionsreichen Sporthalle Hamburg wird dabei schon ein wenig zum Duell der Gegensätze. Hier das Team aus der 1,8-Millionen-Metopole an der Elbe, – der zweitgrößten Stadt Deutschlands – dort der Aufsteiger vom Bodensee. Auf der einen Seite geht es nur um den Klassenerhalt, auf der anderen werden dank guter Aufbauarbeit wieder größere Visionen verfolgt, wie die mittelfristige Rückkehr in die Beletage des deutschen Handballs. Dafür steht ein Etat von knapp 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Der Kader des ehemaligen HSV besteht so aus einer klugen Mischung aus extrem erfahrenen großen Namen und jungen, über sehr viel Potenzial verfügenden Talenten. Das Tor hütet etwa der isländische Nationaltorwart Aron Rafn Edvardsson (30), im Sommer kamen mit dem 2,03 Meter großen Ex-Nationalspieler Jens Schöngarth (30) sowie dem 1,99 Meter-Mann Tobias Schimmelbauer (32) langjährige Bundesligaspieler hinzu. Nachdem als Aufsteiger in die 2. Bundesliga in der letzten Saison sicher die Klasse gehalten werden konnte, freut sich Club-Präsident Marc Evermann nun über „eine deutliche Verstärkung des Teams.“ Ein Team, das mit Olympiasieger, Weltmeister und Champions-Legaue-Sieger Blaženko Lacković (38) über eine echte Handball-Legende verfügt und von Welt- und Europameister sowie Champions-League-Sieger Torsten Jansen trainiert wird. Mit Jugendkoordinator Stefan Schröder ist ein weiteres Gesicht dabei, das die erfolgreiche Hamburger Ära mit zwei deutschen Pokalsiegen, einer deutschen Meisterschaft, dem Pokal der Pokalsieger und dem Champions-Legaue-Triumph vor sechs Jahren prägte und krönte.

 

Angesichts dieser Voraussetzungen ist die Antwort von Daniel Eblen auf die Frage, ob er sich einmal ein Pflichtspiel gegen Hamburg vorstellen konnte, kurz und bündig. „Nein“, so der Cheftrainer der Konstanzer mit einem Kopfschütteln. „Hamburg hat wahrscheinlich mehr Erstliga- als wir Zweitliga-Einsätze im aktuellen Kader vorzuweisen. Sie machen das richtig gut und werden sicher bald in Richtung 1. Liga schielen können.“ Die aktuellen Stärken sieht er in der kompakten 6:o-Abwehr mit Edvardsson dahinter. „Und dann rollt die erste und zweite Welle ordentlich hinterher“, warnt der 45-Jährige vor dem Hamburger Umschaltspiel, aber auch der Wurfkraft aus neun, zehn Metern und gutem Spiel an den Kreis. „Sie sind sehr variabel“, sagt er, „und überall gefährlich. Da ist es schwer, sich auf einzelne Bereiche zu konzentrieren.“

 

Neben der sportlichen Herausforderung galt es für die Konstanzer, die sehr verkürzte Vorbereitungswoche bestmöglich zu meistern. Bereits am Donnerstagmorgen bricht der HSG-Tross zur ersten Etappe der 830-Kilometer-Reise zur Zwischenstation an der Lüneburger Heide auf. Mehr als sonst wurde so direkt zu Wochenbeginn die Belastung erhöht. Das Spiel in Hamburg soll und wird dann jeder einzelne sicher genießen. „Spaß haben werden wir aber vor allem dann“, gibt der HSG-Coach zu bedenken, „wenn wir in unser Spiel und unsere Einstellung reinkommen. Wir wollen so lange wie möglich mithalten und zeigen, dass wir auch ordentlich Handball spielen können.“ Dennoch ist sich der A-Lizenzinhaber sicher, dass es schwer sein wird, Zählbares aus Hamburg zu entführen und seine junge Mannschaft aufgezeigt bekommen wird, woran sie noch arbeiten muss. Wenn sich dann, so drückt Eblen es aus, auswärts doch einmal „die Chance auf eine Sensation“ bieten sollte, „müssen wir da sein.“ Gedanken darüber macht er sich allerdings nicht. „Wir konzentrieren uns erstmal darauf, dass wir überhaupt einmal in diese Richtung kommen“, lautete sein Credo. Auch das eine Herkulesaufgabe. Jedoch eine, auf die die Vorfreude ganz besonders groß ist.

 

Das Spiel wird im kostenlosen Livestream auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

 

Weitere Informationen unter:

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