Das neue Gesicht der Schweizer Damen-Nationalmannschaft
Volleyball

Das neue Gesicht der Schweizer Damen-Nationalmannschaft

In Schaffhausen zeigt sich die Frauen-Elite von Suisse Volleyball zum ersten Mal dem Publikum. Beide Trainingsspiele gegen Frankreich gingen verloren, Resultate waren jedoch für beide Teams zweitrangig.

Vom 2. bis 12. Juli findet in Gwangju (KOR) die Universiade 2015 statt. Im Hinblick auf dieses Ereignis nominierte Coach Timo Lippuner sein Kader. Aufgrund der Einschränkung (Weltsportspiele der Studenten) hat sich das Gesicht des Teams gegenüber demjenigen des letzten Jahres stark verändert. Fernziel ist die EM-Qualifikation 2016.

Mit den definitiven Rücktritten von Stocker und van Rooij, sowie den zumindest vorübergehend pausierenden Marbach, Wigger, Schauss, Widmer und Bisang fehlt auf einen Schlag die Erfahrung von über 300 Länderspielen.
Neu dabei sind dafür Manon Buillard, Thays Deprati, Segolène Girard, Oriane Hämmerli, Marine Hämmerli, Léa Montavon, Lena Sacher und Gabi Schottroff.
Die Equipe weist einen Altersschnitt von gerade mal 21 Jahren auf.

Im Rahmen des Trainingslagers in Schaffhausen spielte Team Suisse zwei Mal gegen Frankreich, welches sich in der Vorbereitung für die EM-Qualifikation befindet (Spiele gegen Slowenien, der Sieger qualifiziert sich für die EM im Herbst).

Da für beide Teams ‚Spielpraxis und ausprobieren‘ im Vordergrund stand, einigte man sich darauf, jeweils fünf Sätze zu spielen, unabhängig vom Resultat.
Am Freitag begannen die Schweizerinnen nervös, Frankreich druckvoll. Schneller, präziser, konstanter, und vor allem mit mehr Selbstvertrauen spielend, hatte es Frankreich leicht.
Die Schweizerinnen hatten Mühe mit den starken Services, wurden oft geblockt, konnten in den ersten drei Sätzen nur selten Druck aufbauen. Oftmals gelang es zwar, den Ball im Spiel zu halten, aber das reichte bei weitem nicht.
Auf beiden Seiten wurde einiges ausprobiert, und als sich ihnen die Chance bot, nutzten die Schweizerinnen diese. Die Französinnen bauten ganz leicht ab, während der Respekt auf der Gegenseite schwand. So war bereits der vierte Satz eine knappe Angelegenheit, und im fünften Durchgang klappte auf der Schweizer Seite dann so viel, dass es für den Satzgewinn reichte.

Am Samstag begann das Spiel mit einem sehr schönen Ballwechsel, beide Teams zeigten starke Verteidigungen und griffen gut an. Die Schweizerinnen machten dort weiter, wo sie am Abend zuvor aufgehört hatten, nur noch mal einen Tick besser. Alleine in diesem ersten Satz gelangen den Eidgenossinnen (gefühlt) mehr erfolgreiche Blockaktionen als im ganzen vorherigen Spiel. Mit dem eigenen Service Druck machend, erschwerten sie das Spiel der Französinnen und profitieren oft von Angriffsfehlern des Gegners.
Es entwickelte sich ein sehenswertes Hin und Her auf gutem Niveau. Die ersten beiden Sätze des Abends zeigten die beste Leistung des Team Suisse, belohnt durch einen gewonnenen und ‚bestraft‘ einen sehr knapp verlorenen Satz. Nach diesem kleinen Tiefschlag war die Luft etwas draussen, es schlichen sich wieder mehr kleine Fehler ein, auch machte Frankreich mehr Druck. Die letzten drei Sätze gewannen die Französinnen, die sich aber deutlich mehr anstrengen mussten als noch am Freitagabend.

Frankreich Coach Magail war zufrieden mit den beiden Spielen, ihr Team sollte vor allem viel spielen, und die Schweiz war als Gegner ein guter Trainingspartner.
Für Timo Lippuner brachten die zehn gespielten Sätze einige Erkenntnisse. Erfreulich war auch, dass sein Team den Respekt ablegen konnte. Auf der am Samstag gezeigten Leistung kann man aufbauen.

Telegramm

Freitag, 15.05.2015

Trainingsspiel (Damen, kein offizielles Länderspiel)

Schweiz – Frankreich 1:4 (12:25, 17:25, 16:25, 23:25, 25:17)

Samstag, 16.05.2015

Trainingsspiel (Damen, kein offizielles Länderspiel)

Schweiz – Frankreich 1:4 (25:16, 24:26, 17:25, 21:25, 18:25)

BBC Arena, Schaffhausen, jeweils ca. 60 Zuschauer

Schweiz: Belotti Simona (Nummer 16 / Libero) - Bulliard Manon (3) - Dalliard Tabea (7 / Libero) - Deprati Thays (19 / Libero) - Girard Segolène (20) - Granvorka Inès (13) - Hämmerli Oriane (4) - Künzler Laura (2) - Matter Madlaina (5) - Montavon Léa (18) - Sacher Lena (12) - Schottroff Gabi (9) - Unternährer Laura (17)
Coach: Lippuner Timo, Assistent: Schreier Jürgen, Physio: Zanetti Patrizia

Abwesend: Halter Martina - Hämmerli Marine - Steinemann Elena

Frankreich: Delabarre Laurianne (1) - Souply Astrid (2) - Druenne Clémentine (3) - Dascalu Silvana (4) - Sager-Weider Isaline (6) - Fedele Elisabeth (20) - ​Nowak Kim (5) - Orle Maëva (10) - Ortschitt Déborah (12 / Libero) - Gauthier-Rat Marion (13) - Steux Mallory (14 / Captain) - Lican Ludmilla (15) - Rochelle Alexandra (18) - Zongo Safiatou (17)
Coach:
Magail Magali, Assistenten: Hippolyte Thierry, Plasman Laurence

 

Nächste Spiele der Schweiz:
12.06.2015 Schweiz – Spanien in Delémont
13.06.2015 Schweiz – Spanien in Les Breuleux