„Abstiegskampf beginnt am ersten Spieltag“: Matthias Hild
Handball

„Abstiegskampf beginnt am ersten Spieltag“: Matthias Hild

freut sich auf 2. Bundesliga mit HSG Konstanz

Trotz harter Trainingsarbeit: Die Vorfreude auf die 2. Handball-Bundesliga ist riesengroß bei der HSG Konstanz. Ganz besonders auch bei Matthias Hild. Der zwei Meter große Linkshänder kam in Februar mitten während der vergangenen Saison vom TuS Fürstenfeldbruck zur HSG und feierte anschließend innerhalb kürzester Zeit den Süddeutschen Meistertitel und über die Relegation den Aufstieg in die „stärkste zweite Liga der Welt.“ Hild ist mit erst 20 Jahren einer der jüngsten im Kader der HSG Konstanz. Der gebürtig aus Kempten stammende Allgäuer studiert am Bodensee Campus in Konstanz Sport- und Eventmanagement und wurde auf der rechten Seite schnell zu einer wertvollen Verstärkung.

 

Im Interview mit HSG-Pressesprecher Andreas Joas spricht der Linkshänder über eine turbulente Schlussphase der letzten Saison mit Aufstiegskampf statt Mittelfeld nach seinem Wechsel, den Kindheitstraum 2. Bundesliga, Größenvorteile, bevorstehenden Abstiegskampf und Abkühlung nach dem Training direkt vor der Halle im Bodensee.

 

Die Vorbereitungszeit im Sommer gilt nicht gerade als Lieblingszeit unter Handballern. Wie fühlt sich der Körper aktuell an?

Es geht wieder. (lacht) Mit zwölf Einheiten pro Woche steht gerade viel auf dem Plan, morgens Athletik- oder Ausdauertraining und abends das normale Mannschafttraining. Man gewöhnt sich schnell wieder an die Belastung, obwohl es mit der Klausurphase in letzter Zeit schon sehr stressig war. Das ist aber alles machbar, vor allem, weil unsere beiden Athletiktrainerinnen Jessica und Cleo das super machen. Entspannen kann man zwischendurch super am Bodensee.

 

Du kamst mitten während der Saison in den Aufstiegskampf dazu, am Ende durftest Du Meisterschaft und Aufstieg feiern. Wie turbulent und intensiv hast Du das letzte halbe Jahr wahrgenommen?

Turbulent trifft es wirklich gut. In der ohnehin für alle sehr fordernden Phase war es anfangs schon eine zusätzliche Belastung für mich, in eine neue Mannschaft, ein neues Spielsystem zu finden und sich einen Platz zu erkämpfen. Es war aber vor allem ein geiles halbes Jahr. Mit Titel und Zweitliga-Aufstieg! Hätte mich darauf jemand vor einem Jahr angesprochen, hätte ich wohl nur darüber gelacht. Dass dies nun so schnell Realität wird, ist einfach unglaublich. Die Relegation war für alle verdammt anstrengend. Alle haben jedoch an einem Strang gezogen, die letzten Körner aus sich herausgeholt und sich am Ende verdient belohnt.

 

Wie schwer war es, sich mitten während der Spielzeit vom Mittelfeldplatz auf den Kampf um alles umzustellen?

Mit allem, was neben den angesprochenen sportlichen Gesichtspunkten dazukommt, war einfach sehr viel innerhalb kürzester Zeit zu meistern. Ich muss ein riesiges Lob und Dankeschön an die Mannschaft aussprechen. Jeder hat mir vom ersten Tag an geholfen, wo es nur ging. Alle haben sich Zeit für mich genommen, viel Geduld aufgebracht und mir die Dinge immer wieder erklärt. Allen voran unser Trainer Daniel Eblen. Nach der Meisterschaft kam Spielpraxis hinzu. Diese Wettkampferfahrung hat dann enorm geholfen.

 

Wie hast Du persönlich so den Titel und die Entscheidung in der Relegation erlebt?

Es mag vielleicht blöd klingen, aber: Der Titel ist für mich eher zweitrangig. Klar ist das eine schöne Medaille, die man sich an die Wand hängen kann. Ich persönlich habe aber nur in ein paar Spielen dazu beitragen können und daher längst nicht den Anteil, den Andere daran haben. Klar, dass diese deswegen damit auch mehr verbinden. Zum Aufstieg in der Relegation konnte ich dann mehr beitragen. Das kann mir niemand mehr nehmen. Damit ging ein Kindheitstraum in Erfüllung, nun bei den „Großen“ mitspielen und sich beweisen zu dürfen. Für uns alle ist das eine riesige Sache und ein tolles Erlebnis. Allen voran für jene, die dies noch nicht erlebt haben.

 

Bislang kamst Du meist auf Rechtsaußen zum Einsatz. Mit Deiner Größe von zwei Metern eher ungewöhnlich. Ist diese sogar ein Vorteil?

Man stellt den Torwart damit vor eine ganz neue Situation, wenn plötzlich nicht mehr 1,70 sondern zwei Meter auf ihn zu- oder an ihm vorbeispringen. Ich bin hier um Handball zu spielen und der Mannschaft weiterzuhelfen und genieße jeden Einsatz, egal wo. Im Moment müssen wir die Verletzung von Fabian Maier-Hasselmann kompensieren, diese Rolle übernehme ich gerne.

 

Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitung und was steht nun an?

Wir haben mit dem 1. Juli recht früh im Vergleich mit anderen Teams wieder mit dem Training begonnen. Das kann mit der nötigen Routine in den Abläufen am Anfang ein Vorteil sein, wie vielleicht beim 37:27 gegen Pfullingen. In Sachen Athletik und Ausdauer werden wir nun den nächsten Schritt gehen und die Intensität weiter erhöhen. Dazu werden die Spielzüge nun eine Rolle spielen, sowie die Integration der Neuzugänge. Tempo und Sicherheit wollen wir weiter verbessern, dazu die Abwehr. Eben die kleinen ganz normalen Stellschrauben, damit wir einen guten Start hinlegen können.

 

Hüttenberg, Bietigheim und Hamm warten dabei in den ersten drei Spielen.

Ein harter Start. Wer sich auf solch ein Programm nicht freut, macht etwas falsch. Das werden richtig geile Spiele, in denen wir alles geben – dann ist alles möglich. Etwas Zählbares wäre die Krönung.

 

Wie schwer wird die Mission Klassenerhalt im Haifischbecken 2. Bundesliga mit elf Ex-Erstligisten?

Der Abstiegskampf beginnt für uns am ersten Spieltag. Das wird eine schwere, aber schöne Aufgabe. Unser Vorteil ist vielleicht, dass wir die Neuen sind. Mit unserem Tempospiel haben wir zudem die Chance, zu bestehen. Wenn dir daheim knapp 2 000 Fans den Rücken stärken, kommst du voller Adrenalin auch über deine Schmerzgrenze. Unsere Fans sind ein riesiger Faktor, das hat man nicht nur in der Relegation gesehen. Gegen Rostock waren wir richtig gut, daran haben die Fans einen großen Anteil. Dafür kann man als Team nur Danke für die Weltklasse-Unterstützung sagen.

 

Was macht abseits des Handballs das Leben am Bodensee aus?

Nach dem Training bei wunderschönem Wetter von der Halle direkt ins Wasser zur Abkühlung gehen zu können, ist etwas Besonderes. Für mich ist es einfach toll, hier dazuzugehören. Mit Handball, Studium und Wohnung alles an einem Ort. Für mich war es der perfekte Weg, die Herausforderung in Konstanz anzunehmen.

 

Vor der sechsten Zweitliga-Saison der HSG Konstanz: Was wird jetzt die größte Herausforderung werden?

Es ist ganz wichtig, dass wir von Anfang an die Härte annehmen und zeigen, dass wir Zweitliganiveau besitzen. Uns stehen viele tolle Duelle bevor, von denen viele schon seit ihrer Kindheit träumen. Dass diese nun Realität werden, ist einfach super.

 

Fragen: Andreas Joas

 

Sommerfahrplan der HSG Konstanz:

HSG Konstanz – VfL Pfullingen 37:27 (18:12)

20. Juli, 18 Uhr, Doppelsporthalle Rottweil: Testspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten

24. Juli, 18 Uhr: Schänzle-Sporthalle Konstanz: Testspiel gegen HC Kriens-Luzern

27. Juli ab 13 Uhr: Riva-Cup in Backnang mit TuSEM Essen, Pfullingen und Oppenweiler/Backnang

2. bis 4. August: Trainingslager in der Sportschule Ruit

7. August, 17.30 Uhr: Testspiel gegen BSV Bern

9. August, 19.30 Uhr: Testspiel gegen GC Amicitia Zürich

14. August, 20 Uhr: Testspiel gegen SV Salamander Kornwestheim

17. August, 17.30 Uhr: 1. Runde DHB-Pokal in Aue gegen EHV Aue (mögliche 2. Runde am 18. August gegen Ludwigshafen oder Leutershausen)

24. August, 19.30 Uhr: Saisonstart 2. Handball-Bundesliga in Hüttenberg

30. August, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle Konstanz: Erstes Heimspiel 2. Bundesliga gegen SG BBM Bietigheim

 

Kurzfristige Änderungen möglich. Bitte aktuelle Hinweise auf www.hsgkonstanz.de beachten.

 

Weitere Informationen unter:

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