A-Jugend der HSG Konstanz vor schwierigem Start in die siebte Bundesliga-Saison
Handball

A-Jugend der HSG Konstanz vor schwierigem Start in die siebte Bundesliga-Saison

Team muss sich mit vielen Neuzugängen noch finden

A-Jugend-Bundesliga:

TuS Schutterwald – HSG Konstanz

(Samstag, 16 Uhr, Mörburghalle)

 

Erneut mischt die HSG als eines der besten 48 Nachwuchsteams der Bundesrepublik in der Eliteklasse des deutschen Jugendhandballs mit – zum siebten Mal im achten Jahr des Bundesliga-Bestehens und aktuell sechs Jahre in Folge. Eine Bilanz, die gerade eine Handvoll Vereine in Süddeutschland vorweisen können. Mit Start am Samstag, 16 Uhr, in Schutterwald wartet allerdings eine schwierige Spielzeit auf die HSG-Talente.

 

Nach der überaus erfolgreichen vergangenen Saison, die mit Platz fünf und der direkten Qualifikation abgeschlossen wurde, wechselten mit Patrick Volz, Lars Michelberger, Hendrik Dahm, Jonas Hadlich, Joel Mauch und Moritz Ebert sechs Leistungsträger in die in die Oberliga aufgestiegene U23 der HSG Konstanz. Im Gegenzug rückten in den erweiterten Kader der A-Jugend ganze zwölf Spieler aus der sehr starken B-Jugend auf, die sich ebenfalls mit der Oberliga für die höchstmögliche Spielklasse qualifiziert hat. Hervor stechen dabei Linkshänder Luca Mastrocola und Constantin Eich, die beide schon für DHB-Maßnahmen nominiert wurden. Überdies stieß Linkshänder Balthes Reiff vom letztjährigen Bundesliga-Konkurrenten JSG Echaz-Erms zur HSG sowie Kreisläufer Rohat Sahin vom TSV St. Otmar St. Gallen. Gerade Sahin hat bislang einen bärenstarken Eindruck hinterlassen und durfte schon bei der ersten Mannschaft hineinschnuppern. „Er hat voll überzeugt“, hält Trainer Thomas Zilm große Stücke auf sein neues Talent. „Er hat einen überaus großen Ehrgeiz und liefert im Training und im Spiel ab.“

 

Zilm selbst wird neben der übergeordneten organisatorischen Unterstützung durch Christian Korb von Trainer Daniel Behrendt unterstützt, vor allem im athletischen Bereich. Beide Übungsleiter sind kurz vor dem Saisonstart nicht besonders glücklich über den Verlauf der Vorbereitung. „Das liegt nicht an den Jungs, die haben super mitgezogen“, erklärt Zilm. „Aber wir hatten doch mit vielen Absenzen und kleineren Verletzungen zu kämpfen. Es hat so im Training zwar nicht an Qualität, aber immer mal wieder an der Quantität gefehlt.“ Dadurch bedingt wird sich auch der endgültige Kader erst im Laufe der nächsten Wochen manifestieren. Schon jetzt ist aber klar, dass die A-Jugend der HSG wesentlich breiter als in den Vorjahren aufgestellt und durch nach oben drückende B-Jugendspieler, die einen starken Eindruck hinterlassen haben, über mehr Alternativen verfügen wird.

 

Zilm: „Wir haben schon unsere Vorstellungen und zehn bis zwölf Spieler im Kopf. Aber die Konkurrenz ist auf jeder Position groß.“ Bewegung ist also durchaus noch möglich. Und Bewegung wird auch gefordert von Thomas Zilm und Daniel Behrendt, denn das schnelle, sehr erfolgreiche Tempospiel wird auch in dieser Saison das bevorzugte Mittel gegen körperlich oft überlegene Gegner sein. Gerade in den ersten Spielen wird zudem der Lernprozess besonders groß sein – erhofft sich zumindest das Konstanzer Trainerteam, denn noch fehle die Abstimmung und das Verständnis untereinander. „Insofern waren wir vor einem Jahr durch die vielen Qualifikationsspiele schon etwas weiter“, sagt Zilm. Nun fehle trotz einiger Turniere und Testspiele mit guten Ergebnissen die Spielpraxis und die gemeinsamen Erfahrungen unter größtem Druck. „Aber“, so der B-Lizenzinhaber  weiter, „der Teamgeist hat mich schon zu Beginn der Vorbereitung positiv überrascht.“

 

Nun beginnt eine schwere Spielzeit – passend – mit einem ganz schweren Auswärtsspiel. Am Samstag wartet direkt das immer heiß umkämpfte Südbaden-Derby beim vom ehemaligen Herren-Nationaltrainer Martin Heuberger trainierten TuS Schutterwald. Die Ortenauer hatten die Bundesliga-Rückkehr nach einigen Jahren Abstinenz nun in spannenden Qualifikationsspielen gesichert. Mit bis auf den verletzten Jakob Löffler erstmals nahezu vollständigem Kader kann der HSG-Nachwuchs vor die Tore Offenburgs fahren. Das Ziel auf Konstanzer Seite für die siebte Bundesliga-Saison ist im Vergleich zu den letzten Jahren unverändert: Platz sechs und die direkte Bundesliga-Qualifikation sollen es sein – sofern es diese Regelung in Zukunft noch weiter geben wird. Denn aktuell werden mehrere Modelle für eine Reform der Jugend-Bundesliga und eine Verkleinerung auf nur noch zwei Staffeln mit zehn Teams oder vier Staffeln mit zehn Teams diskutiert, die dann nach einer Vorrunde in Meister- und Abstiegsrunde aufgeteilt werden soll. Entschieden ist noch nichts, deshalb liegt der Fokus der HSG auf der aktuellen Spielzeit, die trotz aller Probleme möglichst erfolgreich gestaltet werden soll.

 

Im Fokus steht darüber hinaus die individuelle Weiterentwicklung jedes einzelnen Talents für höhere Aufgaben. Mit der fast ausschließlich aus ehemaligen eigenen A-Jugend-Spielern besetzten und erfolgreichen U23 ist dies in den letzten Jahren hervorragend gelungen. Sogar im Drittliga-Kader stehen mit Maximilian Wolf Benjamin Schweda, Samuel Löffler, Moritz Ebert und Patrick Volz aktuell fünf Eigengewächse, die die A-Jugend-Bundesliga mit der HSG erlebt haben. „Es ist schön, dass es nun los geht“, freut sich Thomas Zilm. „Ich freue mich aber vor allem darauf, dass wir jetzt wieder geschlossen trainieren können. Aktuell kommt mir der Wettkampf noch etwas zu früh. Aber wir werden uns unsere Spielpraxis holen.“

 

Weitere Informationen unter:

www.hsgkonstanz.de