Frauenfeld mit der richtigen Derby Taktik
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Frauenfeld mit der richtigen Derby Taktik

Für einmal ging der FC Kreuzlingen im Derby in Frauenfeld leer aus. FCF Spieletrainer Pascal Cerrone verwertet mit einem Doppelschlag (74./77.) zwei Elfmeter zum 2:0 Sieg. Wenige Minuten zuvor scheiterte der Kreuzlinger Andi Qerfozi unglücklich aus gleicher Distanz.

Eigentlich hat der FC Kreuzlingen an diesem Nachmittag alles richtig gemacht. Als Gast auf die Allmend angereist, hatten sie in der Summe mehr für’s Spiel gemacht, bekamen den ersten Strafstoss zugesprochen, hatten einige Chancen aus dem Spiel heraus kreiert und zeigten alles in allem vielleicht einen Tick mehr Siegeswille. Dass der Spielgehalt über 90 Minuten sicher kein Leckerbissen war, das Tempo – insbesondere im ersten Durchgang – flau und ein Derbycharakter so gut wie nicht erkennbar war, dürfte den FC Frauenfeld als Sieger kaum kümmern. Entsprechend ausgelassen feierte das Cerrone Team nach Abpfiff die drei Punkte, während der Kreuzlinger Anhang verzweifelt nach Fassung; und später Worten rang.

Bescheidene erste Halbzeit
Jedes Derby ist natürlich von einer gewissen Taktik geprägt. Keiner will dem andern ins offene Messer laufen, keiner will den ersten Treffer hinnehmen. Doch wenn das beide Teams so konsequent umsetzen wie gestern Samstag in den ersten 45 Minuten, kommt beim neutralen Zuschauer einfach nur Langeweile auf. Sicher, punktuelle Höhepunkte wie etwa ein Qerfozi Knaller ins Aussennetz (17), ein Matthys-Dribbling über die Aussenbahn mit anschliessendem Zuspiel ins Zentrum wo jedoch kein Kreuzlinger stand (31.), rüttelte die Zuschauer vom See ordentlich durch. Eine kunstvolle Qerfozi Ballannahme im Strafraum mit abschliessendem Fallrückzieher - der sein Ziel allerdings deutlich verfehlte - erhielt hingegen auch vom einheimischen Publikum kräftigen Applaus (13.). In der 35. Minute zuckten die meisten Frauenfelder auf und neben dem Platz nur kurz zusammen. Nach einem Eckball sprang FCK Verteidiger Abraham Keller am kurzen Pfosten mutig in den Ball. Das Leder sprang dabei via Querlatte und Hinterkopf wieder ins Feld zurück. Nur der metallische Klang gab dem Kenner Aufschluss über die zu jenem Zeitpunkt grösste Chance der Hauptstädter.

 Frauenfeld mit siegbringender Taktik
Gleich nach dem Pausenpfiff erhöhte der FCK noch einmal die Kadenz. Die Belohnung stellte sich schon nach wenigen Minuten ein. Bei einem energischen Mathys‘ Rush konnte der erneut spielfreudigste Kreuzlinger nur noch mit einem Foul im Strafraum gestoppt werden (49). Andi Qerfozi legte sich das Leder auf den Elfmeterpunkt. Sein harter Schuss war jedoch viel zu unpräzise und landete einige Meter neben dem Tor. (Qerfozi nach dem Spiel: „Ich habe einfach draufgehauen“). Selbst in der Folge spulten die Platzherren ihr Pensum ruhig, ja fast aufreizend stoisch ab, überliessen den Seebuben mehr und mehr die Initiative. So gesehen war auch ein FCF Freistoss aus halblinker Position rund 25 Meter vor dem Kreuzlinger Tor kaum ein Aufreger (74.). Doch Alexander Schlauris Schlenzer in die Grün-Weisse Mauer brachte die Wende. Weil die Kreuzlinger Verteidiger ihre Arme auf Hüfthöhe gegenseitig „verschlauften“, traf der Ball unglücklicherweise Kai Rettigs Hand. Der Unparteiische erkannte regelkonform auf Strafstoss. Spieltrainer Pascal Cerrone zeigte keine Nerven und schickte Torhüter Kessler ins falsche Eck – 1:0. Das geduldige Warten der Rot- Weissen hatte sich gelohnt und - es kam sogar noch besser für die Platzherren. Nur drei Minuten später stellten sich die Kreuzlinger bei einem Schlauri-Vorstoss denkbar ungeschickt an. Beim dritten und letztlich finalen Abwehrversuch, eigentlich schien schon alles bereinigt, traf der untadelige FCK Abwehrchef Ifraim Alija Ball und Schienbein des FCF Captains gleichermassen: Elfmeter (77.). Das gleiche Prozedere wie zuvor: Cerrone versetzte Kessler kaltblütig und traf bestechend sicher zum 2:0. In den verbleibenden Schlussminuten vermochten die Gäste anders als die vergangenen Jahre nichts mehr zu bewegen. Die Taktik der Frauenfelder erwies sich an diesem Nachmittag als goldrichtig – auch wenn die Kreuzlinger nach Abpfiff mit dem Schicksal haderten.

Telegramm

Frauenfeld - Kreuzlingen 2:0 (0:0).
Kleine Allmend
- 300 Zuschauer - SR: Patrick Von Arx.
Tore: 74. Cerrone 1:0 (Handelfmeter), 77. Cerrone 2:0 (Foulelfmeter).
Frauenfeld: Bretscher; Schlauri, Cerrone, Angst, Albert; Estermann, Dodes (87. Serafino), Cavegn (78. Pabst), Zwahlen (70. Musaj); Bommer, Eggmann.
Kreuzlingen: Kessler; Wulf, Simoes (34. Kojic), Alija, Keller; Mathys, Vieira, Rettig, Arifagic, Beran (60. Soares); Qerfozi. Verwarnungen: 40. Qerfozi (Reklamieren), 49. Angst (Foul), 55. Cavegn (Foul), 66. Dodes (Foul), 72. Vieira (Foul), 74. Rettig (Handspiel), 77. Alija (Foul).
Bemerkungen: 50. Qerfozi schiesst Foulelfmeter neben das Tor. 35. Pfostenschuss Frauenfeld, 53 Flanke von Beran fällt auf die Querlatte. Frauenfeld ohne: Selmani, Brechbühl Signer Orgnissanti (verletzt), und Maag (abwesend). Kreuzlingen ohne: Etemi, Kasseckert, Radoncic (verletzt), Zinna, Aydeniz (abwesend), Ricciardi und Morina (nicht im Aufgebot).