FCK schlägt den FC Kosova

FCK schlägt den FC Kosova

Geglückter Rückrundenauftakt für die Kreuzlinger. Der 3:2 (2:2) Sieg über den favorisierten FC Kosova war auch deshalb verdient, weil die Thurgauer die schlechten äusseren Bedingungen annahmen und sich letztlich daraus den entscheidenden Vorteil schufen.

Bei äusserst garstigen Wetterverhältnissen mit Sturm- und Windböen startete der FC Kreuzlingen in die Rückrunde der Interregionalen 2. Liga Meisterschaft. Der seifiger Kunstrasen als Unterlage, auf dem der Ball rasant Fahrt aufnahm und immer wieder ein reges Eigenleben entwickelte, sollte sich bald als Vorteil für den Heimklub erweisen. Die Startphase gehörte jedoch klar den Gästen. Rasant zirkulierte der Ball durch die Reihen der technisch überlegenen Kosovaren, die zudem ihre körperliche Überlegenheit in jedem Zweikampf ausspielten. In der neuformierten Innenverteidigung der Thurgauer mit Kevin Schröder und Wolfgang Narr brannte es folgerichtig im Minutentakt. Der Führungstreffer der Gäste war da eigentlich logisch, kam aber auf zweifelhafte Weise zustand. Ein von Torhüter Kessler parierter Handelfmeter drosch Stürmer Barreiro im zweiten Anlauf in die Maschen, der am Boden liegende Kessler wurde jedoch zweifelsohne im Fünfmeterraum behindert. Trotz wütender Proteste der Kreuzlinger – und einer Pflegepause für den angeschlagenen Torhüter – anerkannte der Unparteiische aber letztlich den Treffer (13.).

Der Rückstand schien die Thurgauer jedoch keineswegs zu entmutigen. Im Gegenteil: Nur wenige Minuten später löste Uwe Beran mit einem schnellen Konter über die linke Seite einen Angriff aus, den Andi Qerfozi aus spitzem Winkel ins lange Eck mit dem Ausgleichstreffer abschloss. Kreuzlingen war nicht nur zurück im Spiel, sie setzten nun mutig nach und wurden mit einem weiteren Treffer belohnt. Ausgehend von einer Balleroberung am eigenen Strafraum schalteten die Grenzstädter blitzschnell um. Mit einem Doppelpass nahm Uwe Beran rasant Fahrt auf, dribbelte sich elegant durchs Mittelfeld und umkurvte in unnachahmlicher Art letztlich auch noch den herausstürzenden Torhüter bevor er den Ball ins leere Tor zum 2:1 schob (39.).

Euphorisiert vom Führungstreffer, und mit dem erlösenden Pausenpfiff vor Augen, zeigten die Hafenstädter aber auch bedenkliche Aussetzer. So etwa bei einem harmlosen Freistoss nahe der Aussenlinie. Während die halbe Mannschaft noch über die defensive Zuordnung diskutierte, wurde ganz offensichtlich vergessen, dass der Ball längst freigegeben war. Barreiro, schon Torschütze zum 1:0 für Kosova, schlenzte den Ball lässig mitten ins Kreuzlinger Tor (41.).

FCK nützt seine Chance
Überraschender Weise musste die Thurgauer dem als Favoriten angereisten Gast in den zweiten 45 Minuten kaum noch klare Chancen zugestehen. Nur einmal mussten die eigenen Supporter tief Luft holen, als ein Grün-Weisser den Ball in höchster Not von der eigenen Torlinie wegschlagen musste (66.). Selber brachte man die Kosovaren aber punktuell immer wieder in höchste Verlegenheit. Etwa als Marco Suarez auf einen Flankenball unbedrängt hochstieg, aber Badalli im Kosova Tor sicher parierte. Sicheres Indiz für die beginnende Nervosität der Kosovaren waren auch zwei Verwarnungen an die als äusserst fair geltenden Zürcher. Als dann Bushati gar mit der zweiten Verwarnung vorzeitig unter die Dusche musste, packte Kreuzlingen seine Chance: Auf eine scharfe Flanke Berans stürzte sich Spielmacher Marco Suarez kopfvoran in den Ball und traf zum 3:2 Siegtreffer.

Nach Spielschluss stand bei Kosova Trainer Jürgen Seeberger vor allem der Kunstrasen in der Kritik. „Meiner Mannschaft ist es schwer gefallen, sich an die Platzverhältnisse anzupassen. Wir sind uns an weiträumiges Spiel mit langen Laufwegen gewohnt. Meine Hochgeschwindigkeits-Dribbler sind auf solch‘ engen Plätzen nicht zu Hause. Der Sieg der Kreuzlinger geht aber durchaus in Ordnung“. FCK Chefcoach Kürsat Ortancioglu zeigte sich genervt über die „zwei Dinger die wir da hinten reinbekommen haben“. Dennoch sprach er von „einem guten Start“ und betonte, „Wir analysieren nun Woche für Woche jedes Spiel um besser zu werden. Leistungsmässig sind wir erst bei 80 Prozent angekommen“.

Telegramm

Kreuzlingen – Kosova 3:2 (2:2).
Hafenareal, Kunstrasen - 165 Zuschauer. SR: Dominique Schaub.
Tore: 13. Barreiro 0:1 (Handelfmeter), 28 Qerfozi 1:1, 39. Beran 2:1, 41. Barreiro 2:2, 74. Suarez 3:2. Kreuzlingen: Kessler; Affentranger (57. Knoll), Schröder, Narr, Wulf; Beran, Wilhelmsen (73. Tütünci), Suarez, Vieira, Arifagic (86. Rettig); Qerfozi.
Kosova: Badalli; Kabashi, Sulimani, Weller; Barreiro, Jonuzi (5. Lazri, 78. Krlezki), Zeqiraj (84. Alija), Thaqi, Sbarra; Bushati, Murati.
Verwarnungen: 12. Beran (Handspiel), 25. Bushati, 25. Vieira (Unsportlichkeit), 58. Kabashi, 73. Wilhelmsen, 84. Narr (Foul), 92. Kessler (Unsportlichkeit).
Bemerkungen: 81. Bushati Platzverweis (gelb-rot). Kreuzlingen ohne: Pajaziti, Mathys, Kojic (verletzt), und Juchli (abwesend). Kosova ohne: Marzullo, Dakouri (verletzt), Hasani, G. Berisha, Ljatifi, Prapashtica (abwesend).