FCK: Derbysieg dank Wilhelmsen-Hattrick
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FCK: Derbysieg dank Wilhelmsen-Hattrick

Wie fast immer in den letzten Jahren bedurfte es im Derby zwischen Frauenfeld und Kreuzlingen einer Schlüsselszene. Als der Gastgeber nach 50 Minuten dem Sieg ein gehöriges Stück näher stand, drehte der Kreuzlinger Fabian Wilhelmsen innert 20 Minuten das Spiel mit einem lupenreinen Hattrick zu Gunsten der Seebuben.

Abgesehen von der Startphase in der Uwe Beran gleich mit einem Knaller FCF Torhüter Betschart zu einer Parade zwang, zeigte der Tabellendritte aus Kreuzlingen in der Folge wenig Erbauliches. In schöner Regelmässigkeit wurden entscheidende Zweikämpfe verloren, technische Mängel bei Ballannahme häuften sich in bedrohlichem Ausmass, Zuspiele im Mittelfeld gerieten ohne Not in die Füsse der Frauenfelder. Wohl liess allen voran Uwe Beran seine Klasse immer wieder bedrohlich aufblitzen, dribbelte sich durch die halbe Frauenfeld Mannschaft, „erfreute“ sich jedoch zunehmend einer dreifachen Manndeckung bis auch er (vorerst) resigniert aufgab. Später gab Assistenztrainer Rui Luis mit frappanter Offenheit zu Protokoll: „Jeder hat für sich gespielt und wollte seine Kabinettstücken zeigen“. Dass das in dieser Liga einfach nicht mehr geht wurde denn auch in der Pause offen angesprochen.

Nur mit Glück die erste Niederlage abgewendet
Und so vermochte Kreuzlingen nur mit einigem Glück die erste Niederlage der Saison abwenden. Denn kurz nach Wiederanpfiff zur zweiten Spielhälfte, die Seebuben lagen nach einem Treffer von Musaj aus der 29. Minute bereits im Hintertreffen, tauchte FCF Mittelfeldmotor Krasniqi nach einem Durchspiel mit Verteidiger Schlauri plötzlich alleine vor Torhüter Kessler auf. In einer Kombination aus Heber und Kunstschuss lobte er darauf das Leder über Torhüter Kessler hinweg, verfehlte damit aber auch das Tor (50.).

Ein Hattrick von Fabian Wilhelmsen
In der Nachbetrachtung mochte dies vielleicht der Weckruf für den letzten Kreuzlinger gewesen sein. Als erster sandte Fabian Wilhelmsen ein deutliches Zeichen an seine Mitspieler. Bei seinem Knaller aus 25 Metern lag die ganze Wut und aufgestaute Frustration der missratenen ersten Halbzeit. Unhaltbar für Torhüter Bretscher schlug der Ball ins linke hohe Eck zum 1:1 ein (54.). Wilhelmsen, eigentlich eher mit Defensivaufgaben betraut, schaltete sich nun bei jeder sich bietenden Möglichkeit in den Angriff ein. Das ausgerechnet er an diesem Nachmittag zum Matchwinner avancierte, entsprach deshalb einer gewissen Logik. Zwei Mal in kurzer Folge war er mit dem Kopf auf einen Zinna Freistoss schneller zur Stelle als alle Frauenfelder (72./74.) und liess sich damit innert 20 Minuten einen lupenreinen Hattrick gutschreiben.

Dank einer fulminanten Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten brachten die Kreuzlinger schliesslich die drei Punkte problemlos über die Zeit und mischen weiter an der Tabellenspitze mit.

Telegramm

Frauenfeld - Kreuzlingen 1:3 (1:0).
Kleine Allmend
- 350 Zuschauer - SR: Johannes von Mandach.
Tore: 29. Musaj 1:0, 54. Wilhelmsen 1:1, 72. Wilhelmsen 1:2, 74. Wilhelmsen 1:3.
Frauenfeld: Bretscher; Schlauri, Estermann, Angst, Signer; Kälin ((19. Musaj), Krasniqi, Cerrone, Lanzendorfer (77. Obj), Wiesmann (82. Zwahlen); Kacoli.
Kreuzlingen: Kessler; Wulf, Senn, Kojic, Zinna; Soares, Viera (79. Gjidoda), Frrokaj (67. Keller), Wilhelmsen, Beran; Pentrelli (82. Sprenger).
Verwarnungen: 27. Vieira (Foul), 57. Frrokaj (Foul), 70. Musaj (Foul), 72. Cerrone (Reklamieren). Bemerkungen: Frauenfeld ohne: Dodes, Haag, Coutinho (verletzt), Pabst und Maag (abwesend).
Kreuzlingen ohne: Ricciardi und Saliu (Aufbautraining).