Emsdetten entscheidet auch Rückspiel bei der HSG Konstanz souverän für sich
Handball

Emsdetten entscheidet auch Rückspiel bei der HSG Konstanz souverän für sich

„Killerinstinkt hat gefehlt“ Der TV Emsdetten scheint der HSG Konstanz einfach nicht zu liegen. Nach der 23:33-Niederlage im Hinspiel triumphierten die Münsterländer auch am Bodensee mit 26:30 (13:17).

Trotz der ersten Heimniederlage seit zwei Monaten vor – trotz Fastnacht – wieder mehr als 1100 Fans belegt die HSG nach wie vor Tabellenplatz neun mit 22:24 Punkten und fünf Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge. Schon am Samstag, 20 Uhr, empfängt das Eblen-Team den TuS Ferndorf in der heimischen Schänzle-Sporthalle.

Dabei war bereits in den ersten Minuten deutlich zu erkennen, dass die HSG Konstanz es im Vergleich zur Vorwoche, als zwei furiose Siege gegen den Tabellenzweiten Hüttenberg und den Dritten Bietigheim gelungen waren, deutlich schwerer haben würde. Nicht, weil die HSG schon nach siebeneinhalb Minuten mit 1:5 im Hintertreffen lag und HSG-Cheftrainer Daniel Eblen früh zur ersten Auszeit gezwungen war. Allerdings konnte Konstanz die extrem hohe Intensität aus der Deckung in der Vorwoche nicht in das Duell mit dem Tabellennachbarn transportieren, die Torhüter hatten dadurch nicht die Chance, sich so auszuzeichnen wie zuletzt und vor allem in der Offensive unterliefen der HSG deutlich zu viele Fehler, um eine ganz ruhig und abgeklärt spielende Gästemannschaft über einen längeren Zeitraum konsequent unter Druck setzen zu können.

Lediglich 13 von 26 Angriffen der weitgehend ohne ihren an Rückenproblemen leidenden Top-Feldtorschützen Mathias Riedel angetretenen Gastgeber konnten bis zum Seitenwechsel erfolgreich abgeschlossen werden, während Emsdetten sich deutlich effektiver zeigte und dazu auch noch drei Tore in Unterzahl markieren konnte. Daniel Eblen ließ deshalb nach dem Spiel auch gar keinen Zweifel aufkommen, dass „die klar bessere Mannschaft gewonnen hat.“ Beim eigenen Team bemängelte er, „dass das Kollektiv, das uns zuletzt ausgezeichnet hat, nicht so stabil war. Wir haben heute alle nicht am Leistungslimit gespielt und der Gegner war auch richtig stark. Emsdetten hat sehr gut gedeckt.“

Neben der guten Abwehr hatte der ehemalige Erstligist mit Merten Krings den überragenden Akteur auf dem Spielfeld zu bieten, den die HSG Konstanz nie wirklich in den Griff bekam. Zwar wurde ihm bald mit Tim Jud ein Sonderbewacher zur Seite gestellt, doch den freiwerdenden Platz nutze das beweglich agierende Kubes-Team dann über andere Spieler. Trotzdem biss sich Konstanz zunächst mit großem Kampf zurück in die Partie, glich zum 7:7 (14.) aus und verkürzte auch vor der Halbzeit noch einmal von 10:16 auf 13:17, obwohl man immer wieder nach leichten Fehlern Tore über die erste und zweite Welle hinnehmen musste.

Geschlagen gab sich die trotz großen Rückstandes von den über 1100 HSG-Fans gut unterstützte Equipe aus der größten Stadt am Bodensee selbst dann nicht, als trotz neuerlichen Fehlstarts in die zweite Hälfte (14:21, 37.) eine erste Aufholjagd innerhalb von nicht einmal zwei Minuten zum 17:21 gestartet wurde. Kapitän Fabian Schlaich war es, der seine Farben mit drei Toren – davon ein Treffer aus der eigenen Hälfte in das leere TVE-Tor – wieder zurück in das Spiel und die Halle zum Brodeln brachte. „Wir haben in der ersten Hälfte zu viele Gegenstöße kassiert. Ich habe es schon oft gesagt: wenn du hinten liegst, wird es schwer. Schon vier Tore sind viel in der Zweiten Liga. Dass wir noch zweimal zurückkommen ist zwar gut, aber dann bekommen wir wieder ein, zwei Gegenstöße und es geht dir irgendwann die Zeit aus“, erklärte Fabian Schlaich die nicht von Erfolg gekrönte Aufholjagd. Denn statt eines weiteren Treffers der Konstanzer klatschte der Ball an den Pfosten, prallte von dort zum TV Emsdetten und wurde sofort über den Tempogegenstoß mit einem Gegentor eiskalt ausgenutzt.

So setzte sich Emsdetten wieder mit sieben Toren ab, ehe die Gelb-Blauen noch einmal zur Attacke bliesen und neun Zeigerumdrehungen vor dem Abpfiff auf 23:27 stellten. Zu spät, denn während Konstanz frei vor dem Tor vergab, zog der TVE selbst bei angezeigtem Zeitspiel im wirklich allerletzten Moment über ihren starken Mittelmann Merten Krings den Kopf aus der Schlinge und traf mit einem abgefälschten und so langsam über den eingewechselten HSG-Torwart Patrick Glatt in das Netz trudelnden Wurf zum 21:27. „Uns hat von Anfang an heute ein wenig der Killerinstinkt gefehlt“, analysierte Daniel Eblen, „aber wir müssen von Anfang an richtig da sein. Immer, wenn wird es dann geschafft haben, uns wieder etwas heranzukämpfen, hatten wir zwei, drei schwächere Aktionen oder haben uns eine Zeitstrafe eingefangen, sodass wir nie so richtig den Fuß in die Türe bekommen haben – auch weil Emsdetten das sofort alles eiskalt ausgenutzt hat. Emsdetten hat in dieser Saison zweimal gegen uns richtig gut Handball gespielt.“

Paul Kaletsch forderte nach der Niederlage mehr Emotionen und Kampfgeist ein und sagte mit Blick auf das nächste Heimspiel am Samstag gegen Ferndorf: „Das ist auch eine super Mannschaft, wir müssen uns gut vorbereiten und arbeiten und dann wird das wieder 60 Minuten Kampf, wieder kein Vorbeigehen oder lockeres Spiel. Wenn wir da weitermachen, dann gewinnen wir solche Spiele wie gegen Nordhorn, Friesenheim oder Hüttenberg. Wir können das alle, deshalb dürfen wir jetzt den Kopf auch nicht in den Sand stecken, heute gehen die zwei Punkte an den Gegner, nächste Woche wollen wir sie uns wieder holen.“

 

Weitere Informationen unter: www.hsgkonstanz.de

Telegramm

HSG Konstanz – TV Emsdetten 26:30 (13:17)
HSG Konstanz: Konstantin Poltrum (6 Paraden), Patrick Glatt (5 Paraden) (Tor); Fabian Schlaich (7), Gregor Thomann (3/1), Mathias Riedel (1), Simon Flockerzie, Matthias Stocker (8), Michael Oehler, Paul Kaletsch (4/3), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Felix Gäßler (3), Tim Jud.
Trainer: Daniel Eblen
TV Emsdetten: Konstantin Madert (11 Paraden), Maurice Behrens, Endre Komeandant (Tor); Merten Krings (7), Marten Franke (6), Yannick Terhaer, Tilmann Pröhl (1), Nick Steffen (8/3), Yannick Dräger, Sven Wesseling, Andre Kropp (2), Georg Pöhle (6/1).
Trainer: Daniel Kubes
Zuschauer: 1100. Schiedsrichter: Pritschow/Pritschow
Strafminuten (min): 8 Min. (Stocker (1.), Riedel (24., 34.), Oehler (43.)) – 10 Min. (Pöhle (9.), Pröhl (27.), Wesseling (37.), Kropp (48.), Dräger (51.))
Siebenmeter (T/V): 5/4 (Thomann scheitert an Madert, 19.) – 5/4 (Pöhle wirft an Latte, 21.)