Eine Silbermedaille zum Abschluss
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Eine Silbermedaille zum Abschluss

Am dritten und letzten Tag des Europacups in Thun kämpften die Schweizer Schützinnen und Schützen wacker, aber glücklos.

In den Einzelwertungen verpassten sie die Podestplätze knapp. Die 300m-Liegendschützen Gilles Dufaux, Jan Lochbihler und Marcel Ackermann konnten sich aber über Mannschaftssilber freuen.

Um in einem Gewehr 300m-Liegendwettkampf ganz vorne mitmischen zu können, braucht es in der Regel in mindestens 58 von 60 Schüssen eine Zehn. Doch auch das muss noch nicht zwingend für Edelmetall reichen. Entscheidend sind letztendlich die sogenannten Innenzehner – Treffer im Zentrum des Zehnerrings. Rajmond Debevec zeigte am dritten und letzten Tag des Europacups Thun nahezu in Perfektion, wie das funktioniert. Der Slowene erzielte 599 (von 600) Punkten und setzte dabei 49 Schüsse ins Zentrum der Scheibe. Da ihm das im ersten Wettkampf, der Elimination, gelang, zählte das Ergebnis zwar fürs Mannschaftsresultat, nicht aber für die Einzelwertung. Trotz Debevecs Weltklasse-Leistung blieb den Slowenen nur der 5. Rang in der Teamwertung. Das beste Team stellen die Schweden mit 1790 Punkten. Gleich dahinter folgten die Schweizer: Gilles Dufaux (Granges-Paccot), Jan Lochbihler (Holderbank SO) und Marcel Ackermann (Gossau SG) erzielten nur einen Zähler weniger. Bronze ging an Polen.

Als im zweiten Wettkampf die Entscheidung um die Einzelmedaillen fiel, konnten Debevec und die Schweizer nicht mehr ganz an ihre Leistungen vom Teamwettkampf anknüpfen. Der Slowene erzielte 597 Punkte (was für Bronze reichte), Dufaux und Lochbihler erzielten nicht mehr wie im ersten Wettkampf 598, sondern «nur» noch 596 Punkte und 34 Innenzehner. Das reichte für die Ränge vier und fünf. Gold ging an den Schweder Per Sandberg (599, 40 IZ), Silber an den Franzosen Rémi Flores Moreno (598, 35 IZ). Liegendspezialist Marcel Ackermann (Gossau SG) schaffte es mit 593 Punkten gerade noch in die Top Ten. Die weiteren Schweizer: Andrea Rossi (Bellinzona) wurde 18. (592), René Homberger (Grafstal) belegte den 25. Platz (590). Unter Wert geschlagen wurde Christoph Dürr (Gams). Der Sankt Galler beging einen Scheibenfehler. Mit 581 Punkten klassierte er sich auf dem 31. Rang.

Die Schweizerinnen verpassten sowohl in der Einzel- als auch in der Teamwertung Edelmetall. Am nächsten kam diesem Ziel Marina Schnider (Ennetbürgen). Die Nidwaldnerin schaffte es mit 593 Punkten auf den 6. Rang. Für einen Podestplatz wären zwei Punkte mehr nötig gewesen. Silvia Guignard (Zürich) folgte als zweitbeste Schweizerin mit 591 Punkten auf dem 8. Platz, Myriam Brühwiler (Mörschwil) wurde mit 586 Punkten 15. Auf den Plätzen 18 bis 20 folgte das Trio Andrea Brühlmann (Arbon, 582), Olivia Hagmann (Dietfurt, 581, 20 IZ) und Fabienne Füglister (Aeschi SO, 581, 16 IZ).

In der Teamwertung waren die Schweizerinnen nahe an einer Medaille dran. Ein Scheibenfehler von Silvia Guignard begrub jedoch sämtliche Ambitionen. Mit 1764 Punkten blieb dem Schweizer Trio mit Guignard, Fabienne Füglister und Marina Schnider der vierte Rang. Die Medaillen gingen an Schweden (1781), Frankreich (1776) und Deutschland (1774).

Guido Muff, der einzige Schweizer Pistolenschütze am Europacup, zeigte einen beherzten Wettkampf. Mit 559 Punkten klassierte sich der Rothenburger im Bewerb mit der Standardpistole auf dem 6. Rang. Frankreich feierte mit Yann Fridrici (565) und Clémentine David (564) einen Doppelsieg. Bronze ging an den Tschechen Tomas Tehan (563).

Mit der Silbermedaille zum Abschluss konnte das Schweizer Gewehrschützenteam die Medaillenbilanz am Europacup Thun nochmals verbessern. Mit vier Gold-, vier Silber- und einer Bronzemedaille war die Schweiz die erfolgreichste Nation am Europacup Gewehr 300m, bei den Pistolenschützen konnten die Tschechen sowie die Franzosen je einen kompletten Medaillensatz erobern.