Ein Event von historischer Bedeutung
Eishockey

Ein Event von historischer Bedeutung

Der Business Club der Red Lions sorgt immer wieder für Überraschungen. Beim jüngsten Event im Zürcher Hallenstadion stand plötzlich Popstar Bastian Baker mitten unter den 60 Gästen. Und nicht genug damit: Das Treffen zwischen ZSC-CEO Peter Zahner und Lions-Headcoach Raphael Zahner war eine Weltpremiere

In seiner Begrüssungsrede am gemeinsamen Apéro im Restaurant Stadiönli sprach Roger Faes von einem «Wunder». Im Fokus standen beim Präsidenten des Business Clubs allerdings nicht die eingangs erwähnten Personen, sondern die Entwicklung der Hockeyszene im Wynental. Und die ist in der Tat schlichtweg sensationell. Das 1.-Liga-Projekt der Red Lions wird im dritten Jahr seit dem Start im Frühjahr 2017 inzwischen von 20 Sponsoren, 75 Business-Membern und vielen Werbepartnern getragen. Neuerdings kommen noch 100 Unternehmer aus dem Wynental, dem Suhrental und den angrenzenden Luzerner Gemeinden dazu, die mit ihren Spenden die Lancierung des Gemeinde-Projektes möglich machten. Die Mobilisierung der Bevölkerung und die erfreulichen Leistungen des Teams auf dem Eis haben auch bei den Zuschauerzahlen zu einer Trendwende geführt. Die Fans honorieren die Anstrengungen der Visionäre und Macher mit dem Besuch der Heimspiele. Mit seinem Dankeschön an alle Involvierten liegt Roger Faes jedenfalls richtig. Das Ganze kommt in der Tat einem mittleren Wunder gleich.

Die ungleichen Namensvettern
ZSC-CEO Peter Zahner startete seine Hockeykarriere einst als Spieler in Reinach. «Die Jahre zwischen 1980 und 1982 sind mit wunderbaren Erinnerungen verbunden», gesteht der langjährige Verbandsdirektor und Chef aller Nationalteams in seiner Rückblende. Dass er als offizieller Werbebotschafter der Red Lions dem Wynental nun etwas zurückgeben kann und die Business-Member jedes Jahr an ein NLA-Spiel ins Hallenstadion einlädt, ist für Peter Zahner deshalb eine Selbstverständlichkeit. Die Fortschritte in seiner einstigen Sportheimat sind dem ZSC-General nicht entgangen: «Wer sät, muss irgendwann auch ernten können. Offensichtlich sind die Red Lions jetzt auch sportlich in der 1. Liga angekommen, worüber ich mich natürlich sehr freue.»
Hauptveranwortlicher an dieser erfreulichen Entwicklung ist allerdings nicht Peter Zahner, sondern Raphael «Zasi» Zahner. Der 38-jährige Hockeylehrer sprang im Dezember 2018 nach dem Abgang des damaligen Trainers André Augstburger spontan in die Bresche und stellte mit einem Rumpfteam den Ligaerhalt sicher. Danach blieb kein Stein auf dem andern. Zahner lebte im Frühjahr 2019 vor, was unter professionellem Denken und Handeln zu verstehen ist. Trotz limitiertem Budget stellte er ein Team zusammen, das mit der Konkurrenz auf Augenhöhe ist und in der aktuellen Saison immerhin jedes dritte Spiel gewonnen hat. Die Weichen für 2020/21 sind auch gestellt. Von einzelnen Akteuren hat man sich schon während der Saison verabschiedet und Spieler geholt, die den Teamgedanken leben und zur kollektiven Schlagkraft beitragen.

Die ungleichen Namensvettern sind 58 (Peter Zahner, 19. Januar 1961), respektive 38 Jahre (Raphael Zahner, 30. Juni 1981) jung. Theoretisch könnte es sich also um Vater und Sohn handeln, aber es gibt auch um sieben Ecken herum keine Verwandtschaft zwischen dem Duo. Was sie verbindet, ist das Eishockey. Für Zahner senior der Beruf, für Zahner junior momentan (noch) ein Hobby. Seit dem Event vom vergangenen Sonntag im Zürcher Hallenstadion kennen sie sich nun jedoch persönlich, haben sich länger ausgetauscht und ganz offensichtlich aneinander auch Gefallen gefunden.

Baker-Konzert in der Eishalle Reinach?
«Mann der Stunde» war allerdings Bastian Baker. Lediglich drei Personen wussten um seinen Besuch in der illustren Runde und diese schwiegen beharrlich. Denn der 90-Minuten-Auftritt des Popstars hing (zeitlich) an einem dünnen Faden, da am selben Tag auch noch Proben mit Marco Rima (beide sind Teil der diesjährigen Art on Ice) und ein Privatkonzert im Zürcher Nobelhotel Widder auf der Agenda standen. Die Herzen der Anwesenden eroberte der zurzeit weltweit wohl bekannteste Schweizer Sänger und Songwriter allerdings im Sturm. Bastian Baker, alias Bastien Kaltenbacher (sein bürgerlicher Name), versteht es nämlich auch ohne Gitarre meisterhaft, seine Umgebung zu unterhalten. Die Gunst der Stunde nutzte auch die Marketingabteilung. Innert wenigen Minuten fanden Baker-Fanleibchen (verbunden mit der Einladung an ein Konzert) zu vierstelligen Beträgen ihre Abnehmer und bescherten der Red Lions-Klubkasse einen höchst willkommenen Zustupf von einigen tausend Franken.
Die Story um den Frauenschwarm aus Lausanne geht womöglich allerdings in die nächste Runde. Denn Reinachs Gemeindeammann Martin Heiz nutzte die Gunst der Stunde ebenfalls: «Ich und sicher auch viele andere hier würden sich ein Konzert mit Bastian Baker in der Eishalle Reinach wünschen.» Der 28-jährige Romand nahm den Steilpass auf und rief in die Runde: «Wer von Euch wäre an diesem Konzert dabei?» Das Echo war überwältigend: Alle Hände gingen spontan in die Höhe und damit steht die Organisation der Red Lions vor der nächsten schwierigen Herausforderung. Sie muss nun abklären, ob die Durchführung eines solchen Events in Reinach technisch und wie finanziell überhaupt realisierbar ist. Erste Sondierungen laufen. Spätestens im Februar wird man die Antwort kennen.

Fotolegenden
Verstanden sich auf Anhieb: ZSC-CEO Peter Zahner und Lions-Headcoach Raphael Zahner.
Kaufte seiner Tochter zuliebe ein Baker-Leibchen, inklusive Konzertbesuch: Business Club-Präsident Roger Faes mit Baker-Fan Jlena.                                    Fotos zVg.