Diepoldsau stösst Seriensieger Jona vom Thron
Faustball

Diepoldsau stösst Seriensieger Jona vom Thron

Am Final4-Turnier in Wängi sichern sich die Frauen aus Diepoldsau den ersten Titel der Vereinsgeschichte dank einem 3:2-Sieg gegen die grossen Favoritinnen aus Jona. Bronze geht an Oberentfelden-Amsteg.

Im grossen Final im Kampf um den Schweizer Meistertitel bei den Frauen kam es zum Showdown der beiden derzeit stärksten Teams des Landes: Jona und Diepoldsau. Die beiden Teams hatten bereits den Final in der letzten Feldsaison bestritten und hatten auch die Qualifikation der Hallen Meisterschaft auf den ersten beiden Rängen beendet. In ihren jeweiligen Halbfinalduellen – Jona spielte gegen Kreuzlingen (3:0) und Diepoldsau gegen Oberentfelden-Amsteg (3:1) – setzten sie sich ebenfalls sicher durch.

Nach abgewehrtem Matchball zum Sieg
Im Final stellte sich nun die Frage, ob die Herausforderinnen aus Diepoldsau es schaffen würden, die Seriensiegerinnen aus Jona ins Wanken zu bringen oder gar zu stürzen. Zu Beginn sah es so aus, als ob alles seinen gewohnten Gang nehmen würde. Diepoldsau hielt zwar mehr oder wenig mit, die wichtigen Punkte gingen jedoch an Jona, das die ersten beiden Sätze mit 11:9 und 11:6 gewinnen konnte. Dann aber starteten die Rheininslerinnen eine furiose Aufholjagd, wehrten im dritten Satz einen Matchball ab und konnten die Partie danach dank drei Satzgewinnen in Folge tatsächlich noch drehen.

«Nach dem 0:2-Satzrückstand hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben. Wir haben dann aber nochmals alles in die Waagschale geworfen, was wir hatten und sind in einen richtigen Flow gekommen.Dass es am Ende doch noch gereicht hat, macht den Titel natürlich umso schöner», freute sich Diepoldsaus Angreiferin Tanja Bognar nach dem ersten Schweizer Meistertitel in der Vereinsgeschichte. Ganz anders war die Gefühlslage kurz nach der Partie auf der Seite der entthronten Serienmeisterinnen aus Jona. «Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass es nicht zum Titel gereicht hat. Wir haben unser Bestes gegeben, müssen aber auch anerkennen, dass Diepoldsau wirklich super gespielt und verdient gewonnen hat. Wir werden in der nächsten Saison wieder angreifen und versuchen, den Titel zurückzuholen», so Jonas Captain Natalie Berchtold.

Wende nach Fehlstart
Im Bronzespiel duellierten sich Oberentfelden-Amsteg und Kreuzlingen. In der letzten Qualifikationsrunde hatten die routinierten Oberentfelderinnen gegen die jungen Aufsteigerinnen aus der Ostschweiz noch klar mit 3:0 gewonnen. Diesmal verlief die Partie jedoch ganz anders: Die ersten beiden Sätze gingen klar und deutlich mit 11:3 an die Kreuzlingerinnen. Doch mit dem Rücken zur Wand fanden die eigentlich favorisierten Oberentfelderinnen zurück ins Spiel. Sie glichen die Partie mit zwei ebenso deutlichen Satzgewinnen aus und kontnen den entscheidenden fünften Durchgang knapp 11:9 für sich entscheiden. «Ich denke, dass uns die Erfahrung und die Routine in den entscheidenden Momenten geholfen hat», so Sabrina Siegenthaler, Captain des STV Oberentfelden-Amsteg.

In Wängi wurden nicht nur die Medaillen vergeben, sondern auch die Abstiegsrunde ausgetragen. Dabei waren die Frauen aus Neuendorf erwartungsgemäss die stärkste Mannschaft. Mit zwei 3:0-Siegen sicherten sie sich den fünften Rang in dieser Hallen Meisterschaft. Dahinter klassierten sich Schlieren und Embrach. Den letzten Rang belegte die Mannschaft aus Ohringen, die damit nach zwei Jahren in der Nationalliga A den Abstieg in Kauf nehmen muss.

Hochdorf steigt in die Nationalliga A auf
Den Platz von Ohringen in der höchsten Spielklasse übernimmt in der nächsten Hallensaison das Team aus Hochdorf. Die Mannschaft, die bereits die NLB-Vorrunde nach Belieben dominiert hatte, blieb auch in den Aufstiegsspielen ungefährdet. Ohne Satzverlust setzten sie sich im Halbfinal gegen Walzenhausen und im Final gegen Elgg durch und sichern sich damit hoch verdient den NLB-Meistertitel. Rang zwei belegt Elgg und Bronze geht an Rebstein. In der Abstiegsrunde konnte sich Jona II nicht retten. Die Jonerinnen steigen in die 1. Liga ab, dies weil sie sowohl gegen Kirchberg als auch gegen Diepoldsau II ohne Satzgewinn geblieben sind. Aus der 1. Liga steigt Neuendorf II in die Nationalliga B auf.

Resultate:
Nationalliga A, Frauen, Final4-Turnier, in Wängi, Halbfinals: Jona vs. Kreuzlingen 3:0 (11:5, 11:1, 11:3), Diepoldsau vs. Oberentfelden-Amsteg 3:1 (12:10, 9:11, 11:8, 11:7). – Spiel um Platz 3: Oberentfelden-Amsteg vs. Kreuzlingen 3:2 (3:11, 3:11, 11:4, 11:5, 11:9). – Spiel um Platz 1: Diepoldsau vs. Jona 3:2 (9:11, 6:11, 12:10, 11:9, 11:5)

Nationalliga A, Frauen, Abstiegsrunde, in Wängi, Vorrunde: Neuendorf vs. Ohringen 3:0 (11:4, 11:6, 11:6), Schlieren vs. Embrach 3:2 (7:11, 11:5, 15:14, 11:13, 11:4). – Spiel um Platz 5: Neuendorf vs. Schlieren 3:0 (11:9, 11:8, 11:4). – Spiel um Platz 7: Ohringen vs. Embrach 0:3 (6:11, 10:12, 8:11), Ohringen steigt in die Nationalliga B ab.

Nationalliga B, Frauen, Aufstiegsrunde, in Burgdorf, Halbfinals: Hochdorf vs. Walzenhausen 3:0 (11:3, 11:3, 11:5), Rebstein vs. Elgg 2:3 (11:8, 11:7, 9:11, 10:12, 11:13). – Spiel um Platz 3: Walzenhausen vs. Rebstein 3:0 (12:10, 11:9, 11:9). – Spiel um Platz 1: Hochdorf vs. Elgg 3:0 (11:8, 11:1, 11:6). Hochdorf steigt in die Nationalliga A auf.

Nationalliga B, Frauen, Abstiegsrunde, in Burgdorf, Vorrunde: Diepoldsau II vs. Schlieren II 0:2 (11:13, 6:11), Jona II, vs. Kirchberg 0:2 (7:11, 4:11). – Spiel um Platz 5: Schlieren II vs. Kirchberg 0:2 (7:11, 8:11). – Spiel um Platz 7: Diepoldsau II vs. Jona II 2:0 (11:9, 11:8). Jona II steigt in die 1. Liga ab.