Die Auferstehung des FC Kreuzlingen
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Die Auferstehung des FC Kreuzlingen

Gegen den ungemein spielstark eingeschätzten Tabellenzweiten Linth 04 fand Kreuzlingen nach der Trainerrochade überraschend schnell zu alter Form zurück. Begünstigt durch den Spielverlauf und optimaler Chancenauswertung hiess der Sieger am Ende deshalb nicht unverdient FCK.

Linth Assistenz Trainer Driton Redzepi beschlich schon vor Anpfiff ein schlechtes Gefühl: „Der Trainerwechsel in Kreuzlingen kam für uns klar eine Partie zu früh, ausserdem gehört der FCK nach wie vor zu den Top drei in unserer Liga“. Eine Einschätzung die sich bereits unmittelbar nach Anpfiff bewahrheiten sollte. Mit erstaunlich geringem Aufwand kombinierten sich die Grün-Weissen bis an den Strafraum wo dann alles blitzschnell ging. Qerfozi mit einer Finte – und statt in aussichtsreichster Situation selber einen Torschuss zu wagen legte er das Leder quer zu Mathys der ohne Mühe ins lange zum 1:0 traf (2.). Die (wütende) Antwort der Gäste folgte umgehend. Mit ihrer physischen Präsenz, das Gardemass der Linther ist knapp unter zwei Meter Körpergrösse einzuschätzen, überrollten sie die Kreuzlinger förmlich. Viele Spielunterbrüche und ungläubiges Staunen beim eigenen Anhang über die teilweise harten und ungeahndeten Tacklings der Innerschweizer prägten in der Folge die nächsten Spielminuten. Doch trotz aller Dominanz - ausser bei ruhenden Bällen die naturgemäss fast alle auf den Köpfen der Gäste landeten – eine klare Torchance erspielten sich die Gäste erst kurz vor dem Pausenpfiff. William Pizzi, der wuschelige Rechtsaussen kämpfte sich mit Tempo und Technik an der ganzen FCK Verteidigung vorbei, seine gefühlvolle Flanke brauchte Amar Sabanovic am hinteren Pfosten nur noch einzunicken (44.).

FCK: Hochkonzentriert und Effizient
In der zweiten Spielhälfte konnten sich die Seebuben etwas aus der Umklammerung der nach wie vor rustikal auftretenden Gäste lösen. Und obwohl Interimstrainer Bernhard Gräble kaum tiefgreifende Änderungen in der Mannschaft vornahm, war diese gegenüber den Vorwochen kaum wieder zu erkennen. Speziell die Abwehr, erstmals wieder mit Silvano Kessler im Tor, wirkte hochkonzentriert und war sich nicht zu schade den Ball ab und zu unkonventionell aus der Gefahrenzone zu befördern. Das Mittelfeld steckte klaglos harte Tacklings der Glarner ein – und im Abschluss zeigte man sich für einmal sehr effizient. Innerhalb von vier Minuten erhöhte zuerst Qerfozi mit dem typischen Torriecher nach einem abgewehrten Beran Schuss aus kurzer Distanz zum 2:1, kurz darauf verwertete Mathys eine schöne Arifagic Flanke zum 3:1 (66./70.). Trotz aller Härte der Glarner zückte Schiri Hayati bis zu jenem Zeitpunkt keine Karte. Nach 80 Minuten griff er jedoch entschlossen in die Gesässtasche und schickte den bereits in der ersten Halbzeit ausdrücklich ermahnten Rahimic nach einem überharten Foul an Felipe Vieira mit der roten Karte unter die Dusche. In den Schlussminuten musste Torhüter Kessler nochmals in höchster Not gegen Sabanovic klären, ehe sein Team die ersten drei Punkte in der Ära Bernhard Gräble ins trockene fahren konnte.

Telegramm

Kreuzlingen – Linth 04  3:1 (1:1).
FCK Arena - 210 Zuschauer - SR: Aygün Hayati.
Tore: 2. Mathys 1:0, 44. Sabanovic 1:1, 66. Qerfozi 2:1, 70. Mathys 3:1.
Kreuzlingen: Kessler; Wulf, Simoes, Alija, Keller; Mathys (81. Zinna), Vieira, Rettig, Arifagic (89. Ciraci), Beran (74. Riccardi); Qerfozi. Linth 04: Lo Russo; Schnyder, Stefl, Bystron, Antoniazzi; Pizzi (78. Gössi), Hauer, Rahimic, Sanchez; Daniel Feldmann (65. Ismaili), Sabanovic.
Verwarnungen: 90. Antoniazzi (Foul), 92. Rettig (Halten).
Bemerkungen: 80. Rote Karte Rahimic (Foulspiel). Kreuzlingen ohne: Soares, Etemi, Kasseckert (verletzt), Kojic, Radoncic (krank), Aydeniz und Morina (abwesend). Linth 04 ohne: Schiesser, (verletzt), Skrojanec, Greco, Schindler, Dushi und Hofer (abwesend).