Der HCR steigt als Favorit in die Viertelfinal
Unihockey

Der HCR steigt als Favorit in die Viertelfinal

Heute beginnt in der NLA mit den Playoff-Viertelfinals die «schönste Zeit des Jahrs».

In seiner Serie gegen die Tigers aus Langnau gilt der HC Rychernberg als Favorit.
Ab heute muss beim HC Rychenberg die bittere Enttäuschung über die wenig zwingende Niederlage im Cupfinal gegen GC ad acta gelegt sein. Die Mannschaft von Rolf Kern darf sich nicht mehr mit negativen Gedanken aufhalten, muss doch ab heute ihre ganze Aufmerksamkeit der Playoff-Viertelfinals gegen die Unihockey Tigers Langnau gelten. Die im Format best of 7 ausgetragene Serie startet um 16 Uhr mit einem Heimspiel in Oberseen und wird am Sonntag in Biglen fortgesetzt. Angesichts zweier ungefährdeter Siege in den Direktbegegnungen der Qualifikation steigt der HCR als Favorit in dieses Duell.

Die gegenläufige Entwicklung
Es ist bereits der vierte ‹Waffengang› zwischen diesen beiden Konkurrenten im Viertelfinal, seit die Playoffs anno 2010 von vier auf acht Mannschaften ausgebaut wurde. Doch mittlerweile hat der Wind gedreht. Im ersten und zweiten Aufeinandertreffen war es noch Langnau gewesen, das zu favorisieren gewesen war und sich auch durchzusetzen verstand. 2012 brachte in der Belle ein 5:4-Sieg nach Verlängerung die Entscheidung und 2014 qualifizierten sich die Emmentaler dank äusserst knappen Siegen mit 4:0 fürs Halbfinale.

Doch die Entwicklung der beiden Mannschaften verlief in den letzten Jahren gegenläufig. Während sich der HCR sukzessive immer näher an die nationalen Spitze herangepirscht hat, entfernte sich Langnau immer weiter von dieser. Hatten die Emmentaler die Qualifikationen 2012 und 2014, in den Jahren der ersten beiden Duelle, noch auf dem dritten respektive ersten Platz beendet, waren es in den letzten drei Jahren noch Rangierungen zwischen 5 und zuletzt 7. Im gleichen Zeitraum steigerte sich der HCR zuerst stockend, dann immer ausgeprägter und wurde in der soeben abgeschlossene Qualifikation Zweiter.

Die gegenläufige Richtung offenbarte sich auch im vergangenen Jahr. Der HCR beendete den Grunddurchgang erstmals seit Langem vor Langnau, stieg darum leicht favorisiert ins Viertelfinal und setzte sich anschliessend in diesem auch verdientermassen mit 4:2 Siegen durch. Die Zeitenwende schloss mit dem Rücktritt der Langnauer Legende Simon Stucki. Der Nationalspieler hatte die Hausse seines Team in den vorangegangenen Jahren ganz wesentlich geprägt.

Keine böse Überraschung erleben
Der letztjährige Viertelfinalsieg zählt freilich nicht mehr, ebenso wenig wie die Erfolge in den Direktduellen der laufenden Saison und der zweite Platz in der Qualifikation. Mit den Playoffs beginnt eine neue Zeitrechnung und die Vergangenheit hat wiederholt gezeigt, dass fehlende Konzentration und mangelnder Fokus zu Beginn einer Serie einen Favoriten in arge Nöte bringen oder gar straucheln lassen kann. So scheiterte 2013 Titelverteidiger und Topfavorit SV Wiler-Ersigen bereits im Viertelfinal … am HCR.

Wo beim HCR in der Qualifikation die ausgeprägteste Stärke lag, war unschwer zu erkennen. Als einziges Team blieb er in den 22 Partien unter hundert Gegentoren. Die defensiven Qualitäten belegten auch die Begegnungen gegen Langnau. Den Emmentalern, die auf diese Saison hin von ihrem früheren Hawaii-Hockey abgekommen sind, gestand der HCR in 120 Minuten bloss einen Treffer zu. Auch der auf diese Saison hin neu verpflichtete Johan Samuelsson konnte nichts an dieser Inkontinenz ändern.

Den Captain der schwedischen Nationalmannschaft unter Kontrolle zu halten, wird auch in den Playoffs massgeblich über Sieg oder Niederlage entscheiden. Mit vierzig Assists ist er der mit einigem Abstand beste Passgeber der Liga. Wer wie der HCR in den Playoffs etwas bewegen will, muss Langnau in die Knie zwingen, Samuelsson hin oder her.

René Bachmann (rab)