Der HCR bleibt in der Spur
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Der HCR bleibt in der Spur

Dem HC Rychenberg ist es gelungen, seine wiedergefundene Stabilität ins neue Jahr hinüberzuretten. Dank eines ungefährdeten 9:4-Sieges bei Waldkirch und des Punktes für die 5:6-Niederlage nach Verlängerung bei Malans beträgt der Abstand zum Strich neu acht Punkte.

Der HC Rychenberg hatte das alte Jahr mit fünf Siegen aus sieben Partien abgeschlossen und sich damit aus eigenen Kräften aus einer im Oktober eingehandelten misslichen Lage befreit. Die dreiwöchige Wettkampfpause über die Festtage war darum zur Unzeit gekommen. Doch dem Team von Rolf Kern ist es gelungen, den Aufwärtstrend nach dem Unterbruch fortzusetzen.

Dessen augenfälligster Ausdruck ist es, dass sich die Defensive nur noch in den seltensten Fällen ausspielen lässt. Diese stabile Basis ermöglichte es, Waldkirch ungefährdet mit 9:4 zu bezwingen und damit Revanche für die unnötige Heimniederlage zu nehmen. Und tags darauf begegnete der HCR dem letztjährigen Finalisten Malans auf Augenhöhe. Am Ende entschied in der 65. Minute ein «Golden Goal» für die Bündner. Den Winterthurern blieb für eine ansprechende Leistung nur ein Punkt.

Nach harzigem Start zugelegt
Am Samstag konnten die beiden Teams die nach einer längeren Pause üblichen Startschwierigkeiten nicht verhehlen. Kaum ein Spieler war vor technische Fehler gefeit, was einerseits ein nervöses Hin und Her ohne viele zusammenhängende Aktionen zur Folge hatte und andererseits Waldkirch in der siebten Minute zu einer erstklassigen Chance aufs 1:0 verhalf. Rychenbergs Torhüter Ruven Gruber wusste dieses aber im Penaltyduell zu verhindern.

Ansonsten war es in dieser etwas wirren Startphase jedoch der HCR, der sich die etwas besseren der seltenen Möglichkeiten erarbeitete. Die Zweitoreführung zur ersten Pause war daher nicht gestohlen. Und die Winterthurer setzten gleich nach. Sie übernahmen im zweiten Abschnitt ziemlich resolut das Kommando und hätten, mit Blick auf das Chancenplus, bis zur Spielhälfte die Vorentscheidung herbeigeführt haben müssen. Die beste vergab Topskorer Fredrik Holtz, als er gemeinsam mit Michel Schwerzmann unbedrängt auf den Torhüter losziehen konnte, aber nur den Pfosten traf. Im Gegenzug verkürzte Waldkirch auf 2:4.

Die Entscheidung war damit nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Mikko Hautaniemi sorgte mit seinen zwei Toren bis zur 47. Minute für ein beruhigendes 7:3. Daraufhin zog der HCR das Spiel auseinander, monopolisierte so über weite Strecken den Ball und liess Waldkirch ins Leere laufen. Der verdiente Sieg geriet nicht mehr in Gefahr. Kern zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: «Wir wollten aggressiv auftreten und liessen dann auch nicht viel zu. Auch Waldkirchs starke erste Linie hatten wir im Griff. Nicht zuletzt unsere Blockarbeit war mit über 50 Prozent richtig gut.»

Niederlage haftet etwas Zufälliges an
In Maienfeld entspann sich tags darauf ein ganz anderes Spiel. Die Zweikämpfe wurden wesentlich härter geführt, das Tempo war einiges höher und das Spieldiktat gehörte mal dieser und mal der anderen Seite. So war der HCR mit dem 3:3 nach zwanzig Minuten schlecht belohnt. Das sah Kern genauso: «Wir hätten aus dem ersten Drittel mehr machen müssen.» Ein Konter und zwei Distanzschüsse hielten Malans aber im Spiel.

Umgekehrte Vorzeichen dann im zweiten Abschnitt. Nun war es das Heimteam, das das Zepter schwang. Kern sah den Hauptgrund für die Wende primär bei der eigenen Mannschaft: «Im zweiten Drittel hätten wir etwas mutiger agieren müssen.» Die Rychenberger Defensive hielt dem zeitweiligen Ansturm jedoch stand, liess nur sehr wenig Erfolgversprechendes zu und hielt das Unentschieden.

Im Schlussdrittel befolgten die Winterthurer die Direktiven ihres Trainer wieder besser und machten über weite Strecken wieder mehr fürs Spiel. Dass dies nicht zum Sieg, sondern nur zu einem Punkt reichte, lag nicht zuletzt an der nachlassenden Konzentration in der Defensive. Zweimal, zum 4:4 in der 46. Minute und zum 5:6 in der fünften Minute der Verlängerung, liess der Gegencenter seinen direkten Gegenspieler entwischen und wurde prompt dafür bestraft.

Trotz dieser Niederlage kann Kern gelassener als auch schon in die Zukunft blicken. Die Abwehr steht inzwischen sicher und lässt sich nur noch sehr selten ausspielen. Ein Indiz dafür war, dass keines der Malanser Tore von einem Stürmer erzielt wurde. Anders als in St. Gallen liess die Blockarbeit in Maienfeld hingegen etwas zu wünschen übrig, und im kollektiven Spiel nach vorne war in beiden Spielen noch etwelcher Spielraum zur Verbesserung vorhanden.

René Bachmann (rab)

 

Resultate der 16. Runde: UHC Waldkirch-St. Gallen – HC Rychenberg Winterthur 4:9. SV Wiler-Ersigen – Kloten-Bülach Jets 12:1. Zug United – Unihockey Tigers Langnau 8:11. UHC Uster – Floorball Köniz 7:11. Grasshopper-Club Zürich – UHC Alligator Malans 9:5. UHC Thun – Chur Unihockey 8:3. – 17. Runde: UHC Alligator Malans – HC Rychenberg Winterthur 6:5 n. Vrl. SV Wiler-Ersigen – Grasshopper-Club Zürich 6:7. Unihockey Tigers Langnau – Floorball Köniz 7:8 n. Pen. UHC Waldkirch-St. Gallen – Zug United 2:1 n. Vrl. Chur Unihockey – UHC Uster 8:7 n. Vrl. Kloten-Bülach Jets – UHC Thun 10:6.

Telegramm

UHC Alligator Malans – HC Rychenberg Winterthur 6:5 n. Vrl. (3:3, 0:0, 2:2, 1:0)
Sporthalle Lust, Maienfeld Schiedsrichter: Meister/Rimensberger 470 Zuschauer
Malans: Christian Hartmann; Tromm, Berry; Veltšmíd, Camenisch; Obrecht, Künzli; Buchli, Braillard, Karlander; Nett, Friolet, Nurmela; Bärtschi, Nino Vetsch, Fehr.
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Niiranen, Gutknecht; Huser, Noah Aeschimann; Hautaniemi, Wöcke, Holtz; Kern, Koskelainen, Schwerzmann; Studer, Grunder, Schaub.
Tore: 5. Veltšmíd (Nurmela) 1:0. 11. (10:32) Hautaniemi (Holtz; Ausschluss Nino Vetsch) 1:1. 12. (11:23) Conrad (Sundstedt) 1:2. 15. (14:47) Camenisch (Friolet) 2:2. 16. (15:26) Schaub (Studer) 2:3. 20. (19:59) Veltšmíd (Camenisch) 3:3. 46. (45:03) Hautaniemi (Holtz) 3:4. 46. (45:41) Tromm (Braillard) 4:4. 54. Veltšmíd (Nurmela) 5:4. 55. Holtz 5:5. 65. Berry (Braillard) 6:5.
Strafen: 1x2 Minuten gegen Malans (9. Nino Vetsch), 1x2 Minuten gegen Rychenberg (35. Holtz).

 

in Ballbesitz von 51:26 bis 52:53 und von 57:50 bis 58:49 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. Mutter und Schwerzmann als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth (auf Reisen), Baumer, Haag, Lutz, Schüpbach (verletzt), Weder (abwesend), Brönnimann (Ersatz), dafür mit Noah Aeschimann und Brönnimann (U21). Malans ohne Dan Hartmann. Rychenberg mit drei, ab der 41. Minute mit zwei Linien. Malans mit drei, ab der 41. Minute mit zwei Linien. 23. Lattenschuss Fehr. 59:44 Time-out Malans. Veltšmíd und Conrad als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

UHC Waldkirch-St. Gallen – HC Rychenberg Winterthur 4:9 (0:2, 3:4, 1:3)
Sporthalle Tal der Demut, St. Gallen Schiedsrichter: Hohler/Koch 440 Zuschauer
Waldkirch: Jud; Jeanot Eschbach, Büsser; Meier, Thomas Mittelholzer; Flüeler, Angehrn; Chris Eschbach, Jordan, Roman Mittelholzer; Schiess, Alder, Mutter; Gross, Rüegg, Büchel.
Rychenberg: Gruber; Conrad, Sundstedt; Niiranen, Gutknecht; Huser, Noah Aeschimann; Hautaniemi, Wöcke, Holtz; Kern, Koskelainen, Schwerzmann; Studer, Grunder, Schaub.
Tore: 15. Noah Aeschimann (Studer) 0:1. 18. Holtz (Wöcke) 0:2. 21. (20:57) Schwerzmann 0:3. 22. (21:04) Gross (Rüegg) 1:3. 27. Holtz (Conrad; Ausschluss Kern) 1:4. 28. Mutter (Alder; Strafe gegen Kern soeben abgelaufen) 2:4. 35. Eigentor Waldkirch 2:5. 39. Jordan (Roman Mittelholzer) 3:5. 40. Hautaniemi (Holtz) 3:6. 47. Hautaniemi (Conrad) 3:7. 49. Schwerzmann (Niiranen) 3:8. 58. Mutter (Schiess) 4:8. 59. Hautaniemi (Conrad; ins leere Tor) 4:9.
Strafen: 2x2 Minuten gegen Waldkirch (5. Angehrn, 51. Gross), 3x2 Minuten gegen Rychenberg (7. Sundstedt, 26. Kern, 52. Koskelainen).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Borth (auf Reisen), Baumer, Haag, Lutz, Schüpbach (verletzt), Weder (abwesend), Tim Aeschimann und Lemmenmeier (Ersatz), dafür mit Noah Aeschimann, Tim Aeschimann und Lemmenmeier (U21). Waldkirch ohne Králík und Lieberherr. Rychenberg mit drei, ab der 41. Minute mit zwei Linien. Waldkirch mit drei, von der 41. bis 55. Minute mit zwei Linien. 7. Schiess scheitert mit Penalty. 27. Time-out Waldkirch. 28. Pfostenschuss Holtz. 46. Sundstedt scheidet verletzt aus. Waldkirch