Der HCR bleibt in der Spitzengruppe
Unihockey

Der HCR bleibt in der Spitzengruppe

Der HC Rychenberg besteht gegen GC die erste Bewährungsprobe und bleibt auch in Chur auf der Siegerstrasse.

Der HC Rychenberg befindet sich nach drei Runden dort, wo er sich von seinem Potential selber sieht: Inmitten der Spitzengruppe. Nach dem ziemlich problemlosen Auftaktsieg gegen Kloten tat er sich allerdings in der zweiten und dritten Runde entschieden schwerer und setzte sich gegen den Grasshopper-Club Zürich und in Chur nur mit einem Tor Unterschied durch. Während der 7:6-Sieg gegen den Kantonsrivalen und Titelverteidiger durchaus als schöner Erfolg gewertet werden kann, enttäuschte das Team von Rolf Kern im Bündnerland von A bis Z und musste sich über den in der Verlängerung errungenen 6:5-Sieg glücklich schätzen.

Ein geglückter Start
Gegen GC begann der HCR äusserst konzentriert und mit viel Spielfreude. Die Stadtzürcher hingegen schienen noch nicht richtig bei der Sache zu sein, wurden vom munteren Auftakt auf dem falschen Fuss erwischt und mussten sich in den Startminuten glücklich schätzen, nicht schon den einen oder anderen Gegentreffer eingesteckt zu haben. Mit seinem Lattenschuss war Michel Wöcke dem 1:0 am nächsten gekommen.

Als dann jedoch zwei Hoppers gleichzeitig die Strafbank drückten, holte Rasmus Sundstedt in der sechsten Minute zuvor Verpasstes nach. Erst danach begann GC  langsam, selber offensiv in die Gänge zu kommen, blieb dabei allerdings defensiv sehr löcherig. Diesen Umstand nutzten Mikko Hautaniemi, erneut Sundstedt und – als Konklusion einer sehenswerten Passfolge – Patrick Kapp aus, um bis zur 14. Minute auf 4:0 zu erhöhen. Und hätte nach Wöcke nicht auch noch Kapp die Latte getroffen, hätte das Zwischenergebnis gar noch deutlicher ausfallen können.

Dass dieser einseitige Verlauf nicht ewig anhalten würde, war klar. GC rappelte sich auf, begann den HCR mit einem engagierten Pressing früh zu stören und kam vor der ersten Pause dank eines Abstaubers und eines Penaltys auf 2:4 heran. Warum dem Heimteam zehn Sekunden später ein noch evidenterer Penalty verweigert wurde, blieb das Geheimnis der Unparteiischen.

Bis zuletzt kämpfen müssen
So oder so, GC hatte Lunte gerochen und setzte ab dem Mitteldrittel ganz auf die Karte Offensive. Zuweilen nur noch mit zwei Linien agierend gelang es den Gästen so, das Spieldiktat an sich zu reissen, und nach dem Anschlusstor in der 25. Minute musste die Mehrzahl der 700 Zuschauer um den HCR fürchten. Zu sehr liess er sich zurückdrängen und zu oft leistete er sich Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Doch Kerns Mannschaft konnte reagieren. Felix Buff und Fredrik Holtz stellten den Dreitorevorsprung wieder her und das nächste Tor der Hoppers beantwortete Moritz Schaub postwendend mit dem 7:4.

Bei diesem Spielstand blieb es lange Zeit, einerseits da der HCR defensiv nur noch wenig zuliess und offensiv seine Chancen zur Entscheidung nicht nutzte. Ein glückliches Tor der Hoppers brachte in der 51. Minute nochmals Spannung ins Spiel und nach dem neuerlichen Anschlusstreffer schien wieder jeder Ausgang denkbar. Doch der HCR rettete die drei Punkte über die Ziellinie.

«GC musste nach dem 0:4 reagieren», erklärte Kern den Umstand, dass sein Team ab dem Mitteldrittel (zu) viel mit Abwehrarbeit beschäftigt war, und freute sich darüber, «dass wir auf ihre Tore stets reagieren konnten.» Weniger zufrieden zeigte er sich mit dem Schlussdrittel seines Teams: «GC öffnete, doch wir konnten den Sack nicht zu machen, weil unser erster Pass beim Konter oft nicht gut war. Zudem agierten wir zu statisch und standen darum zu weit weg vom Ballführenden.»

Ein schwarzer Sonntag mit Happy End
Hatte der HCR-Trainer gegen GC alles in allem doch viel Positives gesehen, zeigte er sich vom Auftritt seiner Spieler im Bündnerland schwer enttäuscht: «Wir traten mit der Einstellung an, es würde schon irgendwie gut gehen. Chur wollte den Sieg viel mehr.» Dies äusserte sich darin, dass das Heimteam anfangs (nahezu) jeden Zweikämpfe gewann und bis zur 14. Minute zurecht mit 4:1 in Führung ging.

Kern reagierte, vollzog wiederholt Wechsel und bündelte  zeitweise seine Kräfte. Doch die Umstellungen zeigten keine Wirkung, der HCR brachte das Spielgeschehen bis zum Schluss nie unter seine Kontrolle. «Es fehlte uns an der nötigen Konsequenz und Aggressivität und wir hatten zu viele Ballverluste in der Mittelzone zu beklagen.»

Letztlich rettete den HCR sein Überzahlspiel. Der Gastgeber handelte sich sechs teils unnötige Strafen ein und der HCR nutzte vier davon aus. Das letzte Powerplaytor war Hautaniemis entscheidende 6:5 nach 3 Minuten 20 der Verlängerung.

 

 

Telegramm

HC Rychenberg Winterthur – Grasshopper-Club Zürich 7:6 (4:2, 3:2, 0:2)
Sporthalle Oberseen, Winterthur Schiedsrichter: Hürzeler/Peter 700 Zuschauer
Rychenberg: Gruber; Gutknecht, Podhráský; Niiranen, Huser; Conrad, Wöcke (27. Schaub); Hautaniemi, Koskelainen, Sundstedt; Kern, Grunder, Schwerzmann; Kapp (27. Buff), Rüegsegger (27. Borth), Holtz.
GC: Meier; Honold, Zürcher; Graf, Müller; Kaiser, Ladner; Julkunen, Vizzini, Meier; Kekkonen, Juhola, Rüegger; Zolliker, Göldi, Cavelti.
Tore: 6. Sundstedt (Kern; Ausschlüsse Kaiser und Vizzini) 1:0. 10. Hautaniemi (Koskelainen) 2:0. 12. Sundstedt (Hautaniemi) 3:0. 14. Kapp (Conrad) 4:0. 16. Cavelti (Zürcher) 4:1. 19. Rüegger (Penalty) 4:2. 25. Julkunen (Vizzini) 4:3. 28. Buff (Conrad) 5:3. 35. Holtz (Hautaniemi; Ausschluss Ladner) 6:3. 39. (38:21) Rüegger (Juhola; Ausschluss Holtz) 6:4. 40. (39:12) Schaub (Gutknecht) 7:4. 51. Müller 7:5. 55. Graf (Müller) 7:6.
Strafen: 3x2 Minuten gegen Rychenberg (22. Niiranen, 36. Schwerzmann, 38. Holtz), 4x2 Minuten gegen GC (4. Vizzini, 4. Kaiser, 19. Graf, 33. Ladner).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Keller (Ersatz), Haag und Klauenbösch (beide überzählig). GC ohne Berlinger. Rychenberg bis zur 55. Minute mit drei, in der Schlussphase mit zwei Linien. GC mit drei, ab der 15. Minute zeitweilig mit zwei Linien. Stangentreffer: Rychenberg 2 (3. Wöcke, 9. Kapp), GC 0. GC ab 59:10 mit einem zusätzlichen Feldspieler anstelle des Torhüters. 59:31 Time-out GC. Hautaniemi und Kekkonen als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

Chur Unihockey – HC Rychenberg Winterthur 5:6 n. Vrl. (4:2, 0:2, 1:1, 0:1)
Sporthalle Gewerbliche Berufsschule, Chur Schiedsrichter: Wehinger/Zurbuchen 280 Zuschauer
Chur: Breu; Jung, Schneider; Bürer, Kamaj; Luzian Weber, Aho; Stucki, Studer, Sipilä; Zellweger, Binggeli, Riedi; Mayer, Torri, Gerber; Beeler, Luzi Weber, Aeschbacher.
Rychenberg: Gruber; Gutknecht, Podhráský; Niiranen, Wöcke; Haag, Klauenbösch; Kern, Koskelainen, Sundstedt; Kapp, Rüegsegger, Holtz; Buff, Borth, Schaub; Hautaniemi, Grunder.
Tore: 1.(0:29) Stucki (Schneider) 1:0. 3. Sundstedt (Koskelainen) 1:1. 4. Zellweger (Weber) 2:1. 6. Sipilä (Aeschbacher) 3:1. 14. Binggeli (Riedi; Ausschluss Buff) 4:1. 17. Hautaniemi (Kern; Ausschluss Schneider) 4:2. 27. Holtz (Sundstedt) 4:3. 37. Holtz (Sundstedt; Ausschlüsse Weber und Beeler) 4:4. 43. Riedi 5:4. 46. Schaub (Koskelainen; Ausschluss Zellweger) 5:5. 64. (63:20) Hautaniemi (Sundstedt; Ausschluss Riedi) 5:6.
Strafen: 6x2 Minuten gegen Chur (17./58. Schneider, 35. Weber, 36. Beeler, 46. Zellweger, 63. Riedi), 1x2 Minuten gegen Rychenberg (14. Buff).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Keller, Schwerzmann (beide Ersatz), Conrad und Huser (beide überzählig). Chur ohne Stock (verletzt). Rychenberg mit drei, ab der 21. Minute zeitweise mit zwei Linien. Zellweger und Sundstedt als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

Resultate der 2. Runde: HC Rychenberg Winterthur – Grasshopper-Club Zürich 7:6. UHC Alligator Malans – Floorball Köniz 6:1. UHC Thun – UHC Waldkirch-St. Gallen 5:8. Unihockey Tigers Langnau – Kloten-Bülach Jets 7:8 n. Vrl. SV Wiler-Ersigen – UHC Grünenmatt-Sumiswald 17:6. UHC Uster – Chur Unihockey 7:8 n. Vrl. – 3. Runde: Chur Unihockey – HC Rychenberg Winterthur 5:6 n. Vrl. Kloten-Bülach Jets – UHC Alligator Malans 6:7 n. Vrl. UHC Waldkirch-St. Gallen – SV Wiler-Ersigen 5:7. Unihockey Tigers Langnau – UHC Thun 11:7. Grasshopper-Club Zürich – UHC Grünenmatt-Sumiswald 12:4. UHC Uster – Floorball Köniz 5:4 n. Vrl.