Bittere Niederlage gegen Herisau
Eishockey

Bittere Niederlage gegen Herisau

In einer auf bescheidenem 1.-Liga-Niveau stehenden Partie verliert der SC Weinfelden gegen Herisau zu deutlich mit 2:7. Mit einer Strafenflut von insgesamt 132 Minuten raubten die Unparteiischen den Gastgebern jegliche Hoffnung, zurück ins Spiel zu kommen.

Startphase wird von den Gastgebern dominiert

Die beiden Mannschaften starteten anfangs verhalten, wobei Weinfelden deutlich das aktivere Team war. Als die Gastgeber die erste kleine Strafe fassten, konnten sie jedoch nach einem Scheibenverlust der Appenzeller aufs gegnerische Tor losziehen. Etwas zur Verwunderung der Zuschauer liess Klingler in der 5. Minute dann den relativ harmlosen Schuss von König passieren und der Puck kullerte über die Linie. Die Schiedsrichter zogen eine harte Linie durch und so gab es vorerst auf beiden Seiten weitere Strafen. Weinfelden nutzte dabei eine vier-gegen-drei-Situation und erhöhte nach einer tollen Passstafette durch Spillmann verdient auf 2:0. Im Gegenzug kamen die Appenzeller jedoch umgehend, wenn auch etwas überraschend, zu ihrem ersten Treffer durch Studerus. Weinfelden hätte zur Pause weit höher führen müssen, doch die Chancenauswertung liess einmal mehr zu wünschen übrig.

Weinfelden gibt Spiel aus der Hand

Ab dem Mitteldrittel war dann aber der Wurm im Weinfelder Spiel. Als die Trauben während einer Minute in doppelter Unterzahl agieren mussten, machten die Gäste viel Druck und just bei Ablauf der ersten Strafe gelang ihnen in der 25. Minute durch Homberger der Ausgleich. In diesem Moment kippte das Spiel zusehends zugunsten der Gäste. Begünstigt durch Strafen gegen Weinfelden konnte sich Herisau im gegnerischen Drittel immer wieder gut in Szene setzen, was in der 28. Minute auch prompt zum erstmaligen Führungstreffer der Gäste führte. Wegen weiterer Weinfelder Strafen war Herisau auch in der Folge spielbestimmend, Tore gab es aber vorerst keine mehr.

Desaster im Schlussdrittel mit Schiedsrichtern im Mittelpunkt

Das Schlussdrittel gestaltete sich anfangs ausgeglichen, auch wenn Weinfelden nun nur noch selten in Vollbesetzung spielen konnte. Herisau nutzte dann in der 47. Minute ein Getümmel vor Torhüter Gemperle aus und Jeitziner stocherte die Scheibe zum 2:4 über die Linie. Danach konnte Herisau nach einer weiteren Strafenflut gegen Weinfelden bis fast zum Spielende in doppelter Überzahl agieren. In dieser Phase verloren selbst die Schiedsrichter wegen den zahlreich ausgesprochenen Strafen komplett den Überblick, was schliesslich zu einem längeren Unterbruch und zu vielen Diskussionen und Pfiffen von den Fans führte. Nach Wiederanpfiff behielten die Appenzeller einen kühlen Kopf und erhöhten ihr Score kurz hintereinander um drei weitere Treffer, allesamt in doppelter (!) Überzahl erzielt, zum Schlussresultat von 2:7.

Auch das darf einmal gesagt sein…

Alles den sogenannt Unparteiischen in die Schuhe zu schieben, wäre schlicht Selbstbetrug. Wenn sich aber schon die Gegner verwundert die Augen reiben über die Schiedsrichterentscheide zu ihren (!) Gunsten (siehe Auszug ganz unten), darf sicher auch die Frage erlaubt sein, ob die neue, strengere Auslegung der Regeln dem Eishockey wirklich gut tut und ob die Schiedsrichter tatsächlich auch auf der Höhe des Geschehens sind (Bsp.: scheibenführender Spieler (P. Müller) wird vom Gegenspieler im open ice behindert, bekommt jedoch selber eine 2+10 Minuten-Strafe wegen Check gegen den Kopf….?).

Auszug aus dem Spielbericht des SC Herisau:

Selbst als Herisau-Anhänger stellte man aber fest, dass sich die drei „Unparteiischen“ ziemlich gegen die Gastgeber verschossen hatten. Dies endete im letzten Drittel in einer regelrechten Strafenflut. 132 Strafminuten wurden total gegen Weinfelden ausgesprochen. Dies entspricht 23 Powerplays und 27 Überzahlminuten (fast die Hälfte der Partie!) für Herisau. Ab der 47. Spielminute fielen daher Tore 4 bis 7 für Herisau. Die Weinfelder hatten keine Chance, in irgendeiner Weise zurück ins Spiel zu finden. Da traf Herisau das Tor und konnte trotzdem noch in doppelter Überzahl zum nächsten Bully antreten. Die Strafenflut verwirrte wohl auch die Schiedsrichter. In Drittel 3 gab es mehrere Unterbrüche, wo sich die Schiedsrichter beraten mussten. Eine definitiv ungenügende Leistung der Spielleitung.

Telegramm

Weinfelden – Herisau 2:7 (2:1, 0:2, 0:4)
KEB Güttingersreuti – 145 Zuschauer – Sr. Baumann (Hollenstein, Nater)
Tore: 5. König (Ausschluss Schläppi!) 1:0, 13. Spillmann (Dolana, Gemperli/Ausschluss Alena, Speranzino, Bohlhalder) 2:0, 14. Studerus (Speranzino/Ausschluss Brotzge, Bohlhalder) 2:1, 25. Homberger (Olbrecht, Speranzino/Ausschluss Baumgartner, König) 2:2, 29. T. Koller 2:3, 47. Jeitziner (Bommeli) 2:4, 52. Jeitziner (Bommeli, T. Koller/Ausschluss Schläppi, Gemperli) 2:5, 54. Bleiker (Popp/Ausschluss Hofer, Dolana) 2:6, 54. T. Koller (M. Koller, Jeitziner/AusschlussHofer, Dolana) 2:7
Strafen: 16mal 2 Min. plus 3mal 10 Min. (Hofer, P. Müller, Schläppi) plus 1mal 20+25 (Hofer) plus 1mal 25 (Dolana) gegen Weinfelden, 10mal 2 Min. gegen Herisau
Weinfelden: Gemperle (54. D. Mathis); Spillmann, Moser, J. Müller, Gemperli, Schneider, Rietmann, Illien, Dolana, Hofer, Reinmann, Baumgartner, Schläppi, Figini, Alena, Brotzge, Meier, König, Mathis, P. Müller. Bemerkungen: Weinfelden ohne Araujo, Heid, Maier, Rothen (alle verletzt)
Herisau: Klingler (Raganato); Homberger, Carrel, Popp, M. Koller, Jeitziner, Olbrecht, Studerus, Pace, Bommerli, Bleiker, Speranzino, Bohlhalder, T. Koller, Hausammann, Heinrich