Beste Chancen für den Profisport. Und das Leben.
Sportereignisse

Beste Chancen für den Profisport. Und das Leben.

Buben wollen Feuerwehrmann oder Fussballstar werden. An jedem Klischee haftet ein Fünkchen Wahrheit. Jedes Jahr bewerben sich viele Kinder und Jugendliche bei der Thurgauer Sport-Tagesschule (TST), um sich ihren Traum von einer Karriere im Profisport zu verwirklichen.

Die TST bietet sportbegeisterten und talentierten Nachwuchs-Kickern die Möglichkeit, in einem dualen System Fussball und Ausbildung unter einen Hut zu kriegen. Um am Auswahlverfahren für die begehrten Plätze überhaupt teilnehmen zu können, ist eine Empfehlung des Stammvereins notwendig. Aufgenommen werden schliesslich nur die Geeignetsten.

Jedes Jahr flattern zahllose Bewerbungen bei der Thurgauer Sport-Tagesschule (TST) in Bürglen ein. Die Schüler haben hier die Möglichkeit, gleichzeitig zum Besuch der Sekundarschule Fussball auf einem hohen Niveau und unter sehr guten Rahmenbedingungen zu trainieren. «Der Lehrplan ist darauf ausgelegt, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen», erklärt David Fall, Technischer Leiter und Ausbildungsverantwortlicher beim Thurgauer Fussballverband. «Gewöhnlich heisst es für den sportbegeisterten Nachwuchs ‚entweder oder‘. Bei uns ist beides möglich.»

Hervorragende Infrastruktur
Die Infrastruktur vor Ort bietet beste Voraussetzungen für die duale Ausbildung. Direkt neben der Schule befindet sich eine moderne Sportstätte mit einem angrenzenden Fussballfeld, auf dem zu jeder Jahreszeit trainiert werden kann.

Nur auf Empfehlung des Stammvereins
Um die hohe Qualität halten zu können, wird streng darauf geachtet, nur die talentiertesten Nachwuchsspieler aufzunehmen. «Neben den eigenen Auswahlverfahren des Verbandes, wie zum Beispiel Sichtungsturnieren, ist eine Empfehlung des Stammvereins Voraussetzung, um überhaupt an unserem Auswahlverfahren teilnehmen zu können», sagt David Fall. «So stellen wir sicher, dass nur Jugendliche zu uns kommen, die bereits durch ihr Talent aufgefallen sind.»

Technik erlernbar, Leidenschaft nicht
Ausgewählte Nachwuchs-Kicker werden schliesslich nach Bürglen eingeladen, um in den Trainings ihr Talent unter Beweis zu stellen. «Bei gemeinsamen Trainings zeigt sich meist rasch, wer wirklich das Talent und Herzblut für den Profisport hat», so Fall. «Dies ist aussagekräftiger als einzelne Tests.»

Bewertet werden nicht nur die Technik, sondern auch Faktoren wie Geschwindigkeit, Kondition und vor allem die Leistungs- und Lernbereitschaft. Nur Jugendliche mit einer starken Persönlichkeit halten den hohen Anforderungen stand. Ein grosses Mass an Disziplin, Willensstärke und eine hohe Eigenmotivation sind daher wichtige Voraussetzungen. «Im Bereich der Technik kann man durch gezieltes Training relativ schnell Fortschritte machen, die Persönlichkeit ist nur sehr viel schwerer zu verändern», berichtet David Fall aus seiner langjährigen Erfahrung als Trainer.

Eine «Schule fürs Leben»
Die «harte Schule» zahlt sich aus. Nach dem Abschluss sind die Jugendlichen bestens für eine sportliche Karriere gerüstet. Bekannte Absolventen wie beispielsweise die Profispieler Amir Abrashi oder Nicolas Stettler zeigen, welche Möglichkeiten sich eröffnen können. Trotz solcher grossen Namen warnt David Fall davor, sich falsche Hoffnungen zu machen. «Wie in jedem Bereich der Nachwuchsförderung gelingt auch bei uns nur einem Bruchteil der Schüler der ganz grosse Durchbruch», so Fall.

Fall ist dennoch überzeugt, dass jeder Absolvent von der Ausbildung profitiert. «Unsere Absolventen haben sehr gute Chancen in verschiedenen sportlichen Bereichen. Nicht nur im Profifussball. Die Werte, die wir unseren Schülern zu vermitteln versuchen, wie Durchhaltevermögen, Disziplin und Leistungsbereitschaft, sind zudem für jeden Beruf ein sehr gutes Fundament.»

Viele Berufschancen mit anerkanntem Schulabschluss
Mit dem anerkannten Schulabschluss stehen den Jugendlichen zudem genau die gleichen Chancen wie anderen Absolventen von Sekundarschulen offen. «Selbst wenn es mit der sportlichen Karriere nicht nach ganz oben klappt, haben die Jugendlichen viele Optionen für erfolgreiche Berufslaufbahnen», sagt David Fall.

Auch in diesem Jahr bewerben sich wieder zahlreiche Interessierte für die begehrten Plätze. Einen Tipp gibt Fall den Jugendlichen noch mit auf den Weg bzw. auf den Platz. «Das Wichtigste bleibt, dass die jungen Sportlerinnen und Sportler eine ehrliche Leidenschaft für den Fußball, und Spaß am Fußball haben. Denn dann haben sie auch Freude daran zu lernen und sich zu verbessern und Empfinden die Arbeit und die Entbehrungen nicht als Belastung.»

Übrigens: Selektionsentscheide sind ganz oft Momentaufnahmen. Wenn die jungen Fussballerinnen und Fussballer bereit sind, an ihren Defiziten zu arbeiten, machen sie oftmals große Fortschritte in kurzer Zeit und dürfen sich nach einer Absage gerne nochmals an der Sportschule bewerben.

Autor: Verena Ludescher